Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Juni 1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Aus der Presse es uns, das jüdische Leben der in Frage kommenden Verbände durch Verschaffung fehlender Kräfte zweckdienlich zu fördern. Näheres läßt sich' heute noch nicht berichten, da die Dinge noch zu, sehr im, Fluß sind. Außerdem sind wir auf der letzten Generalversammlung der Jugendgruppe durch' weitere drei Bundesbrüder in den Vorstand hineingekommen. Vorsitzender ist hier A. H. Julius Simon. .Während wir so einerseits auf das Leben der national-jüdischen Verbände Einfluß gewannen, suchten; wir auf das uns noch fernstehende Frankfurter Publikum einzuwirken durch zwei Gesellschaftsabende feinsten Stile®, die im „Frankfurter Hof4 veranstaltet wurden. Der erste Abend fand in Gestalt eines jung-jüdischen Abends unter Mitwirkung namhafter Kräfte statt, auf denn zweiten Abend sprach Dr. Martin Buber über: „Zion und die Jugend". Beide Male schloß sich an die Vorträge Zusammensein mit unseren Gästen bei Thee und Kucheif an. Mit dem Erfolg dieser Veranstaltungen, die die ersten waren, mit denen wir hier an die Oeffentlichkeit traten, sind wir zufrieden. Auch die Früchte der Keilarbeit blieben nicht aus, so daß wir das Semester mit sieben Füxen eröffnen. Der Antrittskonvent besetzte die Chargen für das S.S. 18 mit: Alfred Moser, F. M., und David Liebrecht, S.W., K.W. 1. Mai Mosen AUS DER PRESSE Die „Allgemeine Zeitung des Judentums" brachte in Nr. 9 des laufenden Jahrgangs folgenden Bericht, nach Mitteilungen des „Jüdischen Preßbureaus" in Stockholm: Das System Djemal Paschas. Die „Jüdische Wiener Morgenzeitung" bringt in ihren Nummern vom 30. und 31. Januar sowie vom 2. Februar d. J. einen Artikel: „Die Wahrheit über Palästina", der trotz aller Streichungen der österreichischen Zensur einen guten Einblick in die Leiden der palästinensisichen judenheit während des Krieges unter der Herrschaft des militärischen Despoten Djemal Pascha gewährt und insbesondere gewisse Vorgänge der letzten Monate in Palästina ans Licht zieht, von denen die europäische Oeffentlichkeit bisher nur wenig erfahren hat. Das Blatt knüpft an die vor kurzem erfolgten Erklärungen türkischer Regierungsmänner über die Stellung der Türkei zur jüdischen Kolonisation Palästinas an und bemerkt mit Recht, daß die türkische Regierung für das System Djemal Paschas die volle Verantwortung trägt, da sie seine unmenschlichen Tatein geduldet hat und noch weiter duldet. Djemal Pascha ist von einer krankhaften Feindseligkeit gegen die jüdische Kolonisation besessen. Er verdächtigt die gesamte Judenheit des Verrates und der Spionage und verfolgt deswegen die gesamte jüdische Bevölkerung des Landes. Die von ihm angeordneten Massenvertreibungea ganzer Gruppen von Juden aus dem Lande, die Verhaftungen der angesehensten Personen im Lande haben dem' Ansehen der Türkei viel geschadet Ohne auf die bereits bekannten Taten Djemal Paschas gegen die Juden Palästinas seit Ausbruch, des Krieges einzugehen, erzählt dann das Blatt eine Reihe grauenhafter Einzelheiten über die furchtbaren Verfolgungen^ welche die jüdische Bevölkerung in den allerletzten Monaten im Zusammenhang mit den Kriegsereignissen in Palästina erduldenjmußte.