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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 74)
Language
German
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74 - V Der Jüdische Student Jüdischen Verlag Verschiedenes zugehen und die Rechnung hierfür meinen Eltern zukommen lassen? Natürlich ohne die Bücher im einzelnen anzuführen!! Ich werde nach Haus berichten, daß ich juristische Literatur bestellt hätte. Besonders erwünscht wären nrr Broschüren (Gebundenes läßt die Zensur nicht durch) von Mathias Acher (Jüdische Moderne), Achad Haam, der Sammlung >Das Jüdische Volk« und »Vom alten Stamm , wenft Neuerscheinungen vorliegen. Ferner Blumenfelds Referat auf dem Kartelltag, das »Zionistische Merkbuch« und Palästina-Literatur. Ich lebe hier in einem angenehmen Kreise von Wiener Zionistenr (Blau-Weißen) und Auch-Zionisteo. Einer von den letzteren,- der Beziehungen zum Rabbiner von Kopenhagen hat; hat sich von dort einige zionistische Broschüren zuschicken lassen. Sein Gewährsmann hat dabei eine überlebte Propagandaschrift von Nordau, eine noch schlechtere in englischer Sprache und einige unpolilische jüdische Zeitschriften, d. h. liberale, ausgewählt Unter diesen Umständen sehe ich Eurer Sendung mit größier Ungeduld entgegen. Da ich hier angenehmen Umgang gefunden habe und meine Post- Verbindung schon hergestellt ist, so geht es mir ^en Umständen nach gut. Benno Grzebinasch, in russischer Gefangenschaft, läßt uns durch seinen Vater mitteilen, daß er unsern Brief vom 15. Mai erhalten und sich sehr darüber gefreut habe. Walter Katzenellenbogen ist nach 17 Monaten aus der französischen Gefangenschaft entlassen worden; er wurde als Arzt ausgetauscht. Seine Adresse ist vorläufig: Königsberg i. Pi\, Samlandweg 2. Lutz K n e 11 e r , in russischer Gefangenschaft, läßt uns durch seine Schwester folgende Zeilen übermitteln, da er nur alle 14 Tage schreiben darf und diese Möglichkeit benutzt, um mit seinen Angehörigen in Verbindung zu bleiben: Ich drücke allen Freunden wärmstens die Hand und grüße alle Bundesb üder herzlichst. Ich habe das Bulletin des Zentralbureaus Nr. 42 erhalten und erbitte die folgenden; zionistisch wird hier viel gearbeitet, ich beteilige mich produktiv an einer Publikation im Lager, nehme am hebräischen Kurs teil und erfahre aus dem »Jewish Chrcnicle das Notwendige in der Welt. Georg Schutz schreibt aus russischer Gefangenschaft an Erich Cohn eine Karte vom 14. Juli 1917 (eingetroffen Mitte November): Lieber Cohn! "Seit Anfang Juni bin ich ven Nikolsk weg und vor 2 Wcchen in obigem Dorf in der Kirgisensteppe zwischen Barnaul und Semipalatink gelandet. Es gefällt mir hier besser als früher, besonders da wir ohne jede Bewachung sind. Ich bin im Kontor einer Milch- und Buttergenossenschaft als Buchhalter tätig, wohne mit 4 Kameraden zusammen in einer gemieteten Wohnung, wo wir selbst kochen. Täglich baden wir im 2—3 km langen See und gehen Sonntags in die Steppe; Oder einen großen in der Nähe liegenden Wald. Russische Litera'ur

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