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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der Jüdische Student 9 Sache sind. Die Blau-Weiß-Jugend ist derartig zionjsiert, wie wir es früher nicht für möglich gehalten hätten. Herrschende Ansicht im Blau-Weiß selbst war ehedem, daß eine derartige Entwicklung die schädlichsten Ergebnisse zeitigen müsse. Aber wenn auch Ueberschwang, hemmungslose Begeisterung und wohl auch ein gewisser Fanatismus in seltenen Fällen einiges Unheil verursacht haben, so dürfen wir schon jetzt sagen, daß im allgemeinen unsere Befürchtungen grundlos waren. Wenn wir aber mit einem Zionistischen Blau-Weiß zu rechnen haben, so heißt es nur Selbstverständliches! 'verlangen, wenn wir eine Veränderung der Keilmethoden fordern. Eines sei zuvor bemerkt: Für mich besteht eine Blau-Weiß-Frage innerhalb des K. J. V. nicht. Es gibt lediglich eine K. J. V.-Frage, das heißt, es ist zu untersuchen, in wie weit das Kartell berechtigten Wünschen der Blau-Weißen draußen und drinnen entgegenzukommen hat, ohne seine eigensten Aufgaben zu gefährden. Rein äußerlich steht fest, daß auch ohne Konzessionen bisher wohi sämtliche Blau-Weiße nach ihrem Abiturientenexamen K. J. V.er geworden sind. In der Regel genügt eine ernsthafte Unterredung mit ihrem Führer, der in normalen Zeiten fast immer dem Kartell angehören dürfte, dazu, um sie zur Aktivmeldung zu veranlassen. Es ist schon jetzt tief in das Bewußtsein der Blau-Weiß-Jugend eingedrungen, daß, in hohem Maße das K. J. V. wirklich die Vertretung der nationialjüdischen Jugend ist, auch wenn es nur einen akademischen Ausschnitt aus ihr darstellt. Die Blau-Weißen wissen trotz aller Unzufriedenheit im einzelnen, wie siehr das zionistische Leben Deutschlands im K. J. V. Widerhall, Förderung und Verwirklichung findet, ja, sie überschätzen uns< einigermaßen. Wenn aber auch oie Blau-Weißen K. J. V.er wurden und werden, so besteht immer noch die K. J. V.-Frage, was zu tun ist, um die Jugend dauernd an uns zu fesseln. Die zionistische Plattform, auf der das Kartell heute geschlossen stellt, bietet die Möglichkeit dazu. Das K. J. V. muß, um wirklich K. J. V. zu sein, in seiner Art durch Disiziplin und Bundesbrüderlichkeit das Jdeal des zionistischen, in unserem Sinne jüdischen Mannes zu schaffen suchen, der ami besten geeignet ist, die Sache unseres Volkes mir ganzer Persönlichkeit zu vertreten. Wenn das K. J. V. dies Ziel — ein Svahres Erziehungsziel!— wirklich erstrebt, so werden auch die Blau-Weißen einsehen, was Viele von ihnen schon wissen, daßi der Blau- Weiß eine Stufe der Entwicklung und das K. J. V. pine andere, an Wert gleiche, aber am Wege gemessen 'höhere darstellt, daß es also erstrebenswert, ja nötig ist K. J. V.er zu werden. Wer Blau-Weiße künftighin keilen will, wird es nicht mit 'Worten vermögen; er wird ihnen ähnlich wie ihr Führer ein Vorbild sein müssen, es wird mit seiner Persönlichkeit die Propagandaberechtigung des K. J. V. zu erweisen haben. Darüber hinaus wird die Forderung der Betätigung des Zionismus von den Blau-Weißen immer erneut, 'gestellt werden. Im Blau-Weiß, besteht ein ernsthafter Drang nach Palästina, unklar häufig uiid ohne die Uebersicht über bestehende Möglichkeiten und Hilfsquellen, die nötig sind, Diese Un* reife berechtigt aber niemand zu Spott oder Ablehnung. Sie sollte viel-

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