Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 5 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 55 keit und ist ein schönes Dokument für den Werdegang des jungen Juden unserer Zeit. Was aber Fredy Katz in Wirklichkeit war, welche Werte er in sich trug, das kann nur der beurteilen, der wie ich sein Leben in den vier Wänden seines Vaterhauses betrachten konnte. Das spricht mehr für ihn, als die kurzen drei Semester der Aktivitas, die ihm bei uns leider nur vergönnt waren. Das Lied von den Vätern und Söhnen, das in unseren Kreisen und bei unserer jungen Bewegung nur zu oft gesungen wurde, gab es bei ihm zu Hause nicht, und wundervoll, ja, ich mag wohl sagen, einzigartig war das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn, das etwas unendlich Kindliches und gleichzeitig prachtvoll Ritterliches in sich barg: Stolz und Liebe zu gleicher Zeit. Frischeste JugefSd, lebendiges Streben, Hingabe und wahrhafte Ritterlichkeit waren die Säulen, auf denen sein junges Leben sich baute. Schade, daß es so früh zusammenbrach. Aber die Säulen stehen noch, und so soll ihm alles, was er war und sein wollte, und was er vor allem uns gewesen ist, unvergessen sein. Ehre seinem Andenken! Emil Cohn. VOM PRAESIDIUM Zusammensetzung des Präsidiums Das Präsidium hat am 11. September an den Ruder-V. J. St. folgenden Brief gerichtet, den wir hier mitteilen, um das Kartell über die bevorstehenden Kooptationen zum Präsidium zu informieren: Wir entnahmen Eurem Schreiben vom 5. dieses Monats, daß Ihr Euren Vorschlag, die Bundesbrüder Ernst und Walter Pinner und Koref ins Präsidium zu kooptieren, zurückzieht, da Bbr. Koref nicht bereit ist, einer Kooptation Folge zu leisten. Wir haben Euren Vorschlag begrüßt als einen Weg, mancherlei Mißhelligkeiten, die in letzter Zeit das Leben des K.J.V. getrübt haben, zu beseitigen und ihrer Wiederkehr vorzubeugen. Nicht teilen wir allerdings Eure Auffassung, daß Kooptationen nötig seien, um Schäden zu beseitigen, die „durch Einseitigkeit und unduldsame Parteinahme11 des Präsidiums entstanden seien. Ihr tut uns mit diesen Vorwürfen Unrecht. Wir waren immer bemüht, nach bestem Gewissen unter gerechter Würdigung jedes bundesbrüderlichen und zionistischen Strebens die Interessen des Gasamtkartells zu wahren. Da wir aber natürlich auf eine Stärkung des allgemeinen Vertrauens zum Präsidium den größten Wert legen, haben wir die Frage, inwieweit eine solche durch Kooptation neuer Mitglieder zu erzielen