Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 4 (August 1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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rdaraus erwachsen, in seiner Art fortwirkend sich durchsetzen und verlangt nach der Tat. Da hatten andere, es war bereits in den siebziger Jahren, in der Erkenntnis der wahren Not ihres Volkes angefangen zu siedeln, vinv das Volk wieder zu seinem Boden zu führen: „Jeder deutsche Mensch (Mensch Mann -f Weib) hat durchschnittHeh 8 Morgen Anrecht auf das deutsche Land." (Buschhüter, W. V.-Führer-Ztg.)/ Der Kern alles -Uebels ist der Kapitalismus, der einer kleinen Schar „den: 300 Internationalen" — lies Juden — die Macht über das ganze Volk gibt. Um es aus dieser Knechtschaft zu befreieiv soll -auf schuldenfreiem Boden, auf „Freiland", gesiedelt werden. Wer sich stark genug fühlt, mags allein tun.'.Im übrigen sollen Kolonien auf genossenschaftlicher Grundlage — „wenigstens so lange in deutschen Landen noch der Kapitalismus als die Wucherfreiheit herrscht" (Bloek und Jokisch, W. V. F. Z.) — entstehen, in denen die „Lebenserneuerer" einzelne Bauerngrundstücke bewirtschaften. Viele Versuche sind mißglückt. Die Obstsiedlung Oranienburg-Eden allein hat sich durchzusetzen vermocht und gilt als Vorbild und besonders empfohlene Lehrstätte. Es besteht auch eine „Oranienburger Bau-und-Kreditgesellschaft m. b. H.", die bereitsein Stammkapital von 100 000 Mark besitzt: „Hier wollen ,-wir unsere Mitte! organisch sammeln bis zur Verwendung-, hier arbeiten sie bis dahin schon lediglich in unserem Sinne: sozial-kapitalistisch." „Freilandbriefe" zu 50 und 100 Mark werden ausgegeben, wofür mir schuldenfreies Land zum Siedeln gekauft werden darf. „Seid gewiß," schreibt Darikwart Oerlach, der Herausgeber der W. V. F. Z., ,die gleiche Selbstverständlichkeit, die heute die Ehe hat, wird wieder einst dem Menschen der Grund werden, in dem er wurzelt und in den er den Samen senkt." Ob und wie sich dieser Gedanke durchsetzen wird, läßt sich heute noch nicht sagen. ^Jedenfalls bleibt er für die Entwicklung des W. V. nicht ohne Bedeutung, so daß? such leicht drei Stufen der Entwicklung unterscheiden lassen: 1. Wandern, Stadtheim und unbewußter Drang zu einem freien, natürlichen Leben. 2. Landheim und beginnendes Erwachen des bfewüfit nationalen Gefühls. 3. Siedeln und völliges Ablehnen alles nicht Deutsch-Völkischen. Als das nationale Bewußt sie in, im W/V. erwacht war, entstand der Blau-Weiß. Nicht als Abwehrbewegung gegen den W. V.T sondern um parallel zu ihm in seiner Weise jüdislch-nationat zu wirke». War der W. V. entstanden aus der Not des deutschen Volkes in unbewußtem Gefühl der Jugend für das Richtige, so wurde der BUu- Weißi mit bewußt "jUidiscrnnationaler Willensrichtung geschaffen. Auch er erwuchs aus der Not des Volkes, aber kam der W. V. von der Natur her zur Ablehnung des modernen Kulturlebens, so kamen wir .unter dem Einfluß, des W. V. von den gleichfalls als ablehnenswert er-