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Der jüdische Student · 1917-08-01 · Heft 4 (August 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 4 (August 1917)
Date
1917-08-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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■stigefc; als -dort da~s: Korporationsleben durch eine Betätigung der Aktiven außerhalb der Korporation nicht so gefährdet wird, wie in Berlin. - Im übrigen sind die Verhältnisse bei den einzelnen Provinzkorporatioaen verschieden. In Königsberg tl B, wird man est ohne Bedenken zulassen können, daß ein Teil der Aktiven sich im Wanderbund betätigt, ein Teil im Turn- und Sportverein,, ohne daß das Korporatioiisleben darunter leidet. Aehnlich — nicht ganz so günstig — liegen die Verhältnisse in Breslau. F r e i b u r g und Heidelberg auf der anderen Seite werden immer nur wenig Gelegenheit zur Betätigung außerhalb der Korporation, bieten. Die. Keil- und Fuxenerziehungsarbeit, die in diesen Alt-Herren-armen Korporationen von den Aktiven zu leisten ist, macht es erforderlich, daß sich .alle Kräfte auf die Korporation konzentrieren. Dort wird man in. der Korporation-wandern, in der Korporation Spo>rt treiben. Dabei werden die Bundesbrüder, die sich im Semester vorher in Berlin im Blau-Weiß oder der Sportorganisation betätigt haben, anregend und belebend wirken. II. Das Präsidium Gerade wenn man solcher Differenzierung des Kartells das Wort redet, wird man nicht glauben, daßi eine bloße Verwaltungsbehörde den Aufgaben gewachsen ist, vor die sich das -Präsidium nach dem Kriege gestellt sehen wird. Wir brauchen ein starkes, sich seiner Aufgaben und seiner Verantwortung bewußtes Präsidium, aber auch ein Präsidium, das von dem Vertrauen des Kartells getragen ist Vor dem Kriege ist es noch immer gelungen, solch Präsidium zu bilden, und wir hoffen, däßi die Zerklüftung des Kartells noch nfcht so weit gediehen ist, daß nach dem Kriege die Bildung eines starken Präsidiums unmöglich ist. Niemand vertritt die Forderung eines, homogenen Präsidiums. Da das Präsidium1 die Vertretung des ga'nzien; Kartells sein und das Vertrauen des ganzen Kartells besitzen soll, so müssen auch die berufenen Vertreter der Hauptrichtungen im Präsidium sitzen. Dagegen erscheint es nicht ratsam, neben dem Präsidium einen selbständigen Alt-Herrenrat zu schaffen. Dieser Dualismus würde bald zu Mißhelligkeiten führen. Der Alt-Herrenrat wird: nicht damit zufrieden sein, daß seine Kompetenzen tauf reine Alt-Herrenangelegenheiten beschränkt werden und er in politischen Fragen ausgeschaltet wird; andrerseits wird sich das Präsidium nicht in politischen Dingen unter die Vormundschaft 'des Alt-Herrenrates begeben wollen. Es könnte der peinliche Fall eintreten, daß die beiden Vertretungen des Kartells nach außen mit entgegengesetzten Kundgebungen hervortreten. Die Vertreter der Alt-Herrenschaft müssen im Präsidium sitzen, richtige anerkannte Vertreter der Alten Herren. Es wird dann im Präsidium Mitglieder ohne besonderes Ressort geben. Wenn man sieh erst wieder aneinander gewöhnt haben wird, wird man erkennen,, daß die Schwierigkeiten der praktischen Zusammenarbeit nicht allzu groß sind; Bei

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