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Der jüdische Student · 1917-08-01 · Heft 4 (August 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 4 (August 1917)
Date
1917-08-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Der Jüdische Student 545 anenhang darunter nicht leiden. Natürlich darf sich das Korporationsleben nicht lediglich darauf beschränken, daß jeder der Aktiven Blau-Weiß-Führer ist, sondern es muß« für andere gemeinsame Veranstaltungen gesorgt werden : z. B. gemeinsame hebräische Kurse und gemeinsame „gemütliche" Veranstaltungen. Diese Blau-Weiß-Korporation ist nur für die aus dem Blau- Weiß hervorgehenden Füxe gedacht, die später als Führer in Frage kommen. Für die andern aus dem, Blau-Weißi hervorgehenden Füxe ist die Notwendigkeit einer Sonderorganisation nicht gegeben. Sie müssen, wenn sie rechte, ernste Blau-Weiße sind, ohne weiteres zu uns •kommen, denn wir sind ein Glied dersielben Bewegung, von der auch der Blau-Weiß' ein Teil ist, wir für die Reifestufe, der Bläu-Weiß für die Jugendstufe. In allen wesentlichen Fragen haben wir die gleiche Tendenz, und es wäre nur Eigenbrötelei und ein Zeichen von Unreife, wenn Blau-Weiße unwesentlicher Dinge wegen die Einheit der jüdisch-nationalen Jugendbewegung sprengen wollten. Neben der Blau-Weiß-Korporation halte ich vor allem eine Sport- V. J. St. für ein dringendes Bedürfnis, Wer je in der jüdischen Turiierschaft mitgearbeitet hat, der weiß wie sehr an dem Versagen der Turnvereine der Umstand schuld ist, daß den jüdischen Turnvereinen die Mitarbeit der Akademiker gefehlt hat. Weder den Turnvereinen noch sonst jemand ist damit gedient, daß hin und wieder ein Alter Herr in den Vorstand des Bar Kochba oder der Turnerschaft hineingeht, sondern die Turnerschaft wird erst dann etwas Gedeihliches für die national-jüdische Bewegung leisten, wenn die Akademiker wirklich in ihr und mit ihr arbeiten. Die bisherigen Versuche Ider Korporationen, sich der .Turnerschaft m 'nähern, sind: gescheitert. Der Beitritt der Turnabteilungen der B. J. C.-Korporationen zur jüdischen Turnerschaft stellte einen lediglich äußeren Zusammenhang her, der keine Wirkungen äußern konnte. Auch das Turnen der einen oder andern Korporation in einer geschlossenen Riege des jüdischen Turnvereins bewährte sich nicht. Unser Verhältnis zur jüdischen Turnerschaft muß von Grund auf geändert werden. Vielleicht wird überhaupt die jüdische Turnerschaft umgestaltet werden müssen. Man ist heute vielfach der Ueberzeugung, daßi das deutsche Turnen nicht mehr geeignet ist, weite Kreise der Jugend und ganz! besonders der jüdischen Großstadtjugend anzuziehen; daß1 sich daher die jüdische Regenerationsbewegung mehr dem Sporte zuwenden muß. Man hofft, nach dem Kriege eine große jüdische Sport? Organisation ins Leben rufen zu können, die großen Zulauf seitens der jüdischen Jugend haben wird. Wir müssen uns darüber klar sein, daß. es für die nationale Entwicklung dieser Sportorganisation von größter Bedeutung ist, daß das K. J. V. Einfluß auf sie gewinnt. Und das kann nicht geschehen, indem man den Bezirksverbähdeu usw. die Beschäftigung mit der Sadie zfcir Pflicht macht,

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