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Der jüdische Student · 1917-05-01 · 15. Kreigsheft (Mai 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
15. Kreigsheft (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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428 Der Jüdische Student worden. Wir haben einen neuen Pessach, einen neuen Auszug aus Aegypten in unserer Geschichte! Die Jjuden Busslands hören auf, blosse Objekte der russischen Gesetzgebung zu sein, und treten als gleichberechtigte Subjekte in den Völkerkreis ein. Sie hören damit auch auf, Objekte der westjüdischen Mildtätigkeit zu sein. Für diejenigen, die in den russischen Juden nur die unglücklichen Brüder im Osten sahen, denen man in der Not Hilfe leistete, wird vielleicht mit der Quelle des Mitleids auch die letzte Quelle der Verbundenheit versiegen. Für uns nationale Juden eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten jüdischen Wirkens, wenn der stärkste Teil des jüdischen Volkes als befreiter Kämpfer auf den Kampfplatz tritt. Wohl ist damit zu rechnen, dass sich mit der Emanzipation eine neue Welle der Assimilation nun auch über das russische Judentum ergiesst. Doch die Art, wie auch der nichtzionistische Teil der russischen Judenheit in den ersten Tagen des russischen Völkerfrühlings auf die Emanzipation reagiert hat, wie dort das offizielle Judentum sich nicht mit der Gleichberechtigung des Einzelnen begnügte, sondern nationale Rechte für die Gemeinschaft forderte, erweckt die Hoffnung, dass jene Welle sich an einem immer mehr erstarkenden jüdischen Volkskörper brechen wird/ Wir aber fühlen: nicht nur unsere Brüder sind befreit, wir selbst sind miterlöst, denn ihre Knechtschaft war unsere Knechtschaft, ihre Freiheit ist unsere Freiheit! In dieser glückverheissenden Stunde erneuern wir das Gelöbnis: „Um Zions willen will ich nicht schweigen und um Jerusalems willen nicht ruhen4'. Wie unser Zionismus nicht von des Antisemitismus Gnaden lebt, so bedarf er auch nicht der materiellen Judennot, um wirksam zu werden. Wir sind überzeugt, dass mit dem Schwinden des dumpfen Drucks, der auf Millionen von uns lastete, neue Kräfte lebendig werden zur Erfüllung unserer ewigen, durch kein Golusglück zu stillenden Sehnsucht nach dem Lande unserer Väter. Das Präsidium des Kartells Jüdischer Verbindungen Frieäensspende Die Aufgaben, die unser Kartell nach dem Kriege zu erfüllen hat, werden an unsere finanziellen Kräfte äußergewölinliche Ansprüche stellen. Die Gründung neufer Kartellkörpor^ipnen, die öffentliche Zeitschrift, eine umfassende Keilarbeit, 4ie Äblosung alter Verpflichtungen erfordern die Bereitstellung ieines Kapitals von etwa 40000 M.

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