Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- 14. Kriegsheft (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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424 Der Jüdische Student fragen tadelt. So radikal und wesenstief sind jedoch die Unterschiede in der Veranlagung der beiden Gruppen nicht. „Den befruchtenden Strorn des jüdischen Geistes auf die brachliegenden und ausgedörrten jüdischen Fluren im Wessen zu lenken" (wie es A. Grünberg in der Sondernummer ->,Das jüdische Prag", Ergänzungsbeft, verlangt hat) vermag vielmehr lediglich die geistige Persönlichkeit, ob sie nun vom Osten oder vom Westen kommt, aber nicht das Kcllfktivum der Ostjuden mit seinen Vorzügen und Fehlern Dem Hinweis auf eine solche angebliche Mission des Ost Judentums muß entgegengehalten werden, daß es sich nicht als Träger einer gesondeiten, harmonisch entwickelten Reinku tur fühlen darf, daß es vielmehr des SchmeJztiegelprozesse? der nauonalen Renaissance ebenso bedarf wie <$as Westjudentum. Beide Teile haben als Volk noch viel zu lernen und umzulernen Der Geist gegenseitiger Hillsbereitschaft muß die im Grunde wesenlosen Gegensätze überbrücken. Jeder sei in seinem Wirkungskreise und in seiner Lebenssphäre in seiner Alt ein Erneuerer. „Schemuel bedoro kejiftach bedoro." Der von heicnischen Anwandlungen nicht ganz freie Jetfah galt seinem Volke ebenso als Führer und weiser Richter wie Samuel zm seiner Zeit. Die Zionisten heben gegenüber den anderen Volksteilen das eine vorauf, daß ihre nationale Betätigung eine zukunifgerichtete, bewußt aufbauende ist. Im Vollbesitze des warnen Volksgeistes sind auch sie vielleicht noch nicht. Ein Cbassid klag e dem Rabbi, er habe eine schlechte Moral. Darauf meinte der Rabbi: „So hast Du doch etwas." Es darf der eine Teil den nationa en Wert des anderen nicht herabsetzen woilen. Das, was am Begehenden lebenskräftig und entwicklungsfähig ist erhalten, pflegen und vermehren, das ist eine Aufgabe, der Besten in Israel wert. Ephraim ben Joseph Die „DeutscheWarschauer Zeitun g", ein offizielles deutsches Organ, brachte am 21. Februar folgende Notiz: „Die Juden im deutschen Heere. Es erhielten bis jetzt: 124 Mosaisten das Eiserne Kreuz 1. Klasse, 9581 Mosaisten das Eiserne Kreuz 2. Klasse, 3208 Mosaisten und mosaische Jüdinnen andere Auszeichnungen von deutschen Fürsten und Hansastädten, sowie Orden von den verbündeten Mächten. Es wurden ferner bis dahin 844 mosaische Juden in Preußen, 645 mosaische Juden in Bayern, 28 mosaische Juden in Würtemberg, 27 mosaische Juden in Sachsen, also zusammen 1544 zu Leutnants, Oberleutnan's und Hauptleuten befördert Bis zu diesem Tage sind 3109 mosaische Heeresangehörige gefallen, ihren Wunden erlegen oder infoige einer Krankheit gestorben. Die Juden können mit diesem Erfolgzufrieden sein. Bei den nicht mosaischen Soldaten ist die Zahl der Gefallenen größer als die Zahl der verliehenen Kreuze, während bei den Mosaisten 9620 Kreuze nur 3395 Todesfälle gegenüberstehen. In Württemberg wurde vor einiger Zeit dieses auffällige Verhältnis bei einem Armeekorps nachgeprüft. Da stellte sich heraus, daß von 38 Kreuzen nur zwei wegen Pflichterfüllung vor dem Feiade, die übrigen wegen besonderer Leistungen hinter der Front verliehen wurden!' Vakanzen und Niederlassungsmöglichkeiten Bbr. Siegbert Hirschbruch, z. Zt. Berlin N. 65, Exerzierstr. IIA (Jüdisches Krankenbaus), teilt mit, daß Prof. K a r e w s k i einen Studenten der Medizin sucht Bevorzugt wird klinisches Semester; es kommen auch jüngere Semester in Frage. - ®b[' Referendar (Vizefeldwebel) Fritz Blankenfeld, Allenstein, Markt 32 bei K.-A. Neumann II, kann einem Bundesbruder eine ausgezeichnete A n - waltsvertretung in Alienstein unter denkbar günstigsten Lebens-