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Der jüdische Student · 1917-03-01 · 14. Kriegsheft (März 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
14. Kriegsheft (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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Der Jüdische Student 421 orles, der Kosten der Okkupation nnd der Zwischenverwaltung, die gerade für Palästina besonders erhebliche sind, die Frage des Menschenmaterials und der praktischen Vorbereitung der späteren Ansiedler. Schon diese kurze Inhaltsangabe wird die Fülle des Stoffes beweisen, der in diesem ersten Teil auf knappen zwanzig Seiten verarbeitet ist, und die gerade für un?, die wir im allgemeinen landwirtschaftlichen Fragen mit geringem oder gar keinem Verständnis gegenüberstehen, außerordentlich wichtig ist. Nacn diesem einleitenden Teil behandelt dann der Verfasser eingehend die verschiedenen Arten jüdischer Siedlungen in Palästina. Es werden genaue Wirtschaftspläne mit Kostenberechnungen aufgestellt für den großen Acke*baubetrieb, für die gemischten Betriebe mit Ueberwiegen des einen oder andern Betriebszweiges und für die verschiedenen Arten von Pflanzungsbefrieben. Diese Dinge geben endlich, was uns so lange gefehlt hat: Zahlen über das Kapital, das hineingesteckt werden muß, Zahlen üoer aas, was die Familie in den ersten Jahren braucht, ehe der Boden den genügenden Lebensunterhalt abwirft. Danach geht Oetiinger zur Besprechung der Anlegung ganzer Kolonien über. Er führt aus, daß sich nur größere Kolonien als lebensfähig erwiesen haben, und berechnet genau die Kosten für Anlegung einer Kolonie, aus hundert Familien bestehend. Es werden einerseits die Gemeindeausgaben unterschieden, also Ausgaben für Bewachung, Schule, Aerzte usw., andererseits die Ausgaben Iür Bodenkauf usw. Der Verfasser kommt zu der Zahl von ungefähr 2,5 Millionen Francs und macht gleichzeitig Vorschläge, wie dieser Betrag aufgebracht werden soll. Er denkt oabei einerseits an den Nationalfonds, der Grund und Boden geben müßte, an die zionistische Organisation, die diejenigen Kosten zu tragen hätte, die bei no.malen Völkern der Staat trägt, also die gesamten Gemeindekosten, una verteilt das übrigbleibende auf die Ansiedler und auf kreditgebende Personen. Der Schluß der Broschüre bringt als Krönung des ganzen Werkes den Plan einer großzügigen systematischen Kolonisation, die in einer Zeit von zwölf Jahren dreißig neue Kolonien schatft. Oettinger denkt daran, in den ersten drei Jahren je eine Kolonie, in den darauf folgenden drei Jahren je zwei Kolonieen usw. anzulegen. Das, was Oettinger hier gibt, dürfte der vernünftige Kern der phantastischen Ausfüörungen von Ballod sein. Hier wird mit Zahlen und Möglichkeiten gerechnet, die für das jüdische Volk und iür Palästina wirklich vorhanden sind. Disser Plan kann, günstige politische Bedingungen \orausgesetzt, wirklich einmal cie Grundlage der zionistischen Palästina? arbeit nach dem Kriege werden. Im ganzen genommen, kann ichmeine dringende Emptehlung des Buches nur noch einmal wiederholen:*; Fritz Löwenstein *) Es sei hier auch auf die wichtigen und instruktiven Aufsätze „Die Landarbeiterfrage in Palästina", in der „Jüdischen Rundschau" vom 9. und 16. Februar (No. 6 und 7) aufmerksam gemacht, deren Verfasser R u p p i n ist»

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