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Der jüdische Student · 1917-03-01 · 14. Kriegsheft (März 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
14. Kriegsheft (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
[Seite] (sequence 33)
Language
German
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Der Jüdische Student 411 Großstadtproletariat kennen gelernt hatten, daß viele unangenehme Eigenschaften jedes anderen Groß Stadtproletariats angenommen hat und in Warschau zum Teil auch weniger jüdisch als allgemein proletarisch-sozialistisch orientiert ist. So waren selbst Bundesbrüder, die von heißer Liebe zum jüdischen Volke durchtränkt sind und jede freie Zeit den jüdischen Massen gewidmet haben, Bundesbrüder, an denen nach meiner Ansicht auch eine noch so gute K. J. V.-Erziehung nichts zu bessern hätte, anfangs von dieser jüdischen Masse, die sie allein kennen gelernt hatten, derart abgestoßen, daß sie sogar an der Zukunft des jüdischen Volkes zu zweifeln begannen, da sie eben bei aller Liebe doch offene Augen behalten und sich von jedem schädlichen Chauvinismus, vor dem auch ich warnen möchte, freigehalten hatten. Diese Bundesbrüder sind aber bei näherer Berührung eines Besseren belehrt worden. Nur einen Fall habe ich erlebt, in dem ein Alter Herr mir gegenüber ein wirklich absprechendes Urteil über die Ostjuden fällte, offenbar, weil er als Assistenzarzt nur mit Offizieren verkehrte und wenig Gelegenheit hatte und suchte, die Juden richtig kennen und werten zu lernen. Es ist klar, daß auch die beste K.J. V.¬ Erziehung solche Einzelfälle nie wird vermeiden können. Es ist auch nicht einzusehen, in welcher Beziehung neue Grundlagen von dem bisherigen Idealprogramm unserer Erziehung, das natürlich in der Praxis nicht immer erreicht worden ist, abweichen sollten; denn gerade unser Erziehungsprogramm hat in fast allen seinen Teilen die Hebung des „jüdischen Instinkts" — soweit man einen Instinkt überhaupt heben kann — im Auge. Die Grundlage ist also gut. Möge nur die praktiscne Ausführung ebenso sein! VOM PRÄSIDIUM Aus den Protokollen 41.*) Sitzung : 23. Oktober 1916 Anwesend: Erich Cohn, Albert Baer, Walter Fischer,. G e r s o n , ferner Dr. Weißenberg. 1. Das Präsidium nimmt vom Ausscheiden von Henryk Cohn Kenntnis. Die Wahl von Zamory soll den Verbindungen vorgeschlagen werden. 2. Das zur Verlesung kommende 5. Rundschreiben des Ruder-V. J. St. über den K. J. V.-Tag findet allgemeine Mißbilligung. Der Ruderverein soll darauf hingewiesen werden, daß eine derartige Darstellung weder dem Kartellinteresse noch dem Interesse der im Felde stehenden Bundesbrüder entspricht. *) Gezählt seit der Gründung des K. J. V.

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