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Der jüdische Student · 1917-01-01 · Sommer-Semester (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
Sommer-Semester (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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32 Der Jüdische Student die älter und furchtbarer ist als alle nationalen Fragen, die den Inhalt dieses Krieges bilden. Der Weltkrieg wird für uns umsonst gewesen sein, wenn der Schrei des jüdischen Volkes auch diesmal verhallen sollte! Es gelang den Zionisten nach einigen Kämpfen, sich die unbestrittene Führerschaft des amerikanischen Judentums zu sichern und die großen Forderungen zu formulieren, die der für den 2. September 1917 anberaumte Kongreß beraten und beschließen will: Q 1 e i c h b' e f e xth t i g u n g für die Juden in allen Ländern, nationale Autonomie in den Ländern jüdischer Massensiedlung, wenn dort das Prinzip nationaler Autonomie anerkannt ist, und freie Siedlungs-Möglichkeit im alten jüdischen Lande, in Palästina. Das sind die Dinge, die das jüdische Volk braucht. Das jüdische Volk wird seine Forderungen durchsetzen: es wird in Palästina seine Heimstätte finden, sein Land, wo es auf eigener Scholle wieder jüdische Kulturwerke schaffen kann, es iwird in den Ländern, wo es einen großen Teil der . Bevölkerung ausmacht, als gleichberechtigte Nationalität neben allen anderen anerkannt sein, und es wird endlich wirklich gleichberechtigt werden auch in den anderen Ländern, — wenn es gelingt, das einheilt lieh organisierte Judentum unter nationaler Führung auf dieses Programm zu vereinigen. Und es scheint, als ob das wirklich geschehen wird. Die zahlreiche und wohlhabende Judenschaft Süd'-Afrikas hat einen allgemeinen jüdischen Kongreß abgehalten und dort die Forderungen der amerikanischen Juden zu den ihrigen gemacht Die Schweizer pro causa judaica-Bewegung, die italienischen Anhänger der pro Israel-Bewegung sind beachtenswerte und nicht die einzigen Anfänge dieses Zusammenschlusses. Die Juden der kriegführenden Länder, ganz befangen in den Problemen ihres eigenen Staates, sind bisher nicht in der Lage gewesen, ihre Stimme für die Forderungen des jüdischen Volkes zu erheben. Nur eine Ausnahme gibt es, freilich die wichtigste: das ist das befreite russische Judentum. Die russischen Juden, seit Jahrzehnten die tapferen Mitkämpfer gegen den verhaßten Zarismus, sehen sich am Ziele: ein freies. Rußland gibt auch dem russischen Judentum freie Bahnen. Mit unbestechlich klarem Urteil hat das russische Judentum keinen Jubel angestimmt und sich nicht rückhaltlos in seliger Verbrüderung den anderen Nationalitäten an die Brust geworfen, sondern im vollen Bewußtsein seiner Verantwortlichkeit erhob es sofort seine eigenen Forderungen auf Anerkennung als eigene Nationalität. Auch hier fand das gesamte Judentum sich zusammen unter der selbstverständlichen Führung der Zionisten. Die Leidenszeit des jüdischen Volkes ist unvergleichlich schwerer, als die jedes anderen Volkes. In tiefster Erniedrigung

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