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Der jüdische Student · 1917-01-01 · Sommer-Semester (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
Sommer-Semester (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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30 Der Jüdische Student der, ein Prediger in der Wüste, den Gedanken aussprach, dem die Zukunft gehören sollte. Moses Heß ließ sein „Rom und Jerusalem" erscheinen, bekämpfte zum ersten Mal die Assimila-* tion, bewies den nationalen Charakter der jüdischen Gemeinschaft und forderte die Rückkehr zum Judentum und die Rückkehr ins Land der Väter. Sein Aufsatz, der uns noch heute eine Fundgrube wertvoller Gedanken ist, blieb unbeachtet und geriet in Vergessenheit. Um dieselbe Zeit war es, als in Paris die AI-' liance Israelite Universelle entstand. Aus anderen Gedanken zu anderen Zielen geboren (um Gesittung zu verbrei-, ten unter den Juden des Orients und um denen zu helfen, die in ihrer Eigenschaft als Juden litten), trug sie doch das Zeichen der Zukunft in ihrem Wahlspruch: Kol jisrael arowin se wose, ganz Israel bürgt für einander. Es war der erste Versuch zur Organisierung des Judentums. Jahrzehnte gingen wieder ins Lan(d. Moses Heß' Ruf war verhallt und die Alliance zu einem Wohltätigkeitsverein geworden, in dem französische Tendenzen die jüdischen zu überwuchern drohten. Aber im Osten war unbemerkt von dem offiziellen West-Judentum etwas entstanden, das berufen war, den Kern, der jüdischen Renaissance zu bilden: die hebräische Sprache war zu neuem Leben erwacht, und die jüdisch-deutsche Sprachea von Antisemiten aller Konfessionen als Jargon bezeichnet, trieb verheißungsvolle Blüten. Und wie hebräische Sprache und jüdisches Land stets in der jüdischen Geschichte zusammengehörten, so erwachte auch im Osten die Liebe zum palästinensischen Boden. Es hätte nicht der Pogrome bedurft, um die ersten jüdischen Bauernkolonien in Palästina ins Leben zu rufen, die Künder einer neuen Zeit, deren Führer und Prophet Leo P i n s - ker war, dessen „Autoemanzipation" diese Periode einleitet. Es ist hier nicht unsere Aufgabe, die einzelnen Phasen dieser Entwicklung zu verfolgen. Einen großen Schritt weiter bedeutet es jedenfalls, als Ach'ad Haam erschien, als er in all den verheißungsvollen Anfängen mit unbarmherziger Kritik den Mangel einer klaren Erkenntnis der Möglichkeiten und eines festen Programms konstatierte, dessen Verwirklichung mit gemeinsamen Kräften erreicht werden sollte. Was Achad Haam gefordert hatte, hat Theodor Herzl getan: Herzl war ein Mann, wie jedes Volk ihn braucht, wenn die Zeit reif istj er, aer aus Palästina^ Vereinen, hebräischen Sprachklubs und nationaljüdischen Organi' sationen jeder Art die Organisation schuf, das Werkzeug in der Hand des Meisters, das dem jüdischen Volk seine Zukunft bereiten sollte. Und er schuf das zweite: er gab der Organisation das Ziel, dem jüdischen Volk auf eigenem Boden seine Heimstätte zu bereiten. Von Herzls Judenstaat datiert die moderne national-jüdische Bewegung. Sie wäre nicht möglich gewesen ohne die große

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