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Der jüdische Student · 1917-01-01 · Sommer-Semester (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
Sommer-Semester (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Der Jüdische Student 13 die Tiere zu genießen, die Spaltklauer und Wiederkäuer sind. Nicht jeder kann es als ethische Wahrheit hinnehmen, daß man Mildh und Fleisch; nur getrennt genießt, weil in der Bibel stehlt: Du sollst das Zicklein nicht in der Milch der Mutter kochen. Wer aber einmal die jüdische Geschichte studiert hat, dem kann nicht entgangen sein, daß gerade die Sabbath-, Speise- und Ehegesetze das Judentum vor Assimilation geschützt halben, weil sie es isolierten. Ich will mich jedoch nicht zu weit verlieren und wieder zu der Schilderung unserer weiteren Erlebnisse in B. zurückkehren. Suchten wir doch in B. nicht nur das jüdische Leben, sondern hofften vor allen Dingen auch Bundesbrüder hier zu treffen. Es war in der Tat die stattliche Anzahl von 16 K. J. V.-ern 2U-» sammengekommen. Zum Teil hatten 'mehrere Bundesbrüder gemeinsame Quartiere. Bei den Gottesdiensten und Mahlzeiten hatten iwir richtig Zeit, uns zu sehen undi lins miteinander zu beschäftigen. Wir hatten sogar an unserm Tische einen Keilfuxen. Am ersten Pe>ssachtag hatten wir im Quartier von Freund eine K. J. V.-er- Züsamimenkuinft, wo;wir uns über unsre engeren Interessen Unterhalten konnten. Man merkte es dieser Zusammenkunft nicht an, daß sie über 1000 km entfernt von dem Mittelpunkt unsres Kartells stattfand. Alle .waren über die letzten Vorgänge im K. J. V. durch Rundschreiben und J. St. gut orientiert, und es wurde sogar festgestellt, daß, wenigstens von uns aus in der Vogelperspektive gesehen, das Leben im Kartell intensiver und geistig regsamer denn je erschien. Wenn auch unser Zusammensein kurz war, öo war doch die Freude über die Anwesenheit eines jeden Bundesbruders so groß, daß uns auch 4iese wenigen Stünden im Kreise der Bundesbrüder für die lange Trennung vom Kartell einigermaßen entschädigten. Zwar haben wir keine Probleme durchdiskutiert, fast alle doch besprochen und uns alle herzlich miteinander gefreut. Und es bedeutete für uns geradezu ein grandioses Beispiel echter Bundesbrüderlichkeit, daß Ludwig Rosenb erg(Berlin) vomStochod her eine Reise von 30 Stunden nicht scheute, um einmal Bundesbrüder zu treffen. Und er konnte nicht wie Felix Rosenblüth, der allerdings auch einen Weg vom 12 Stunden hatte, II. Klasse fahren, sondern mußte außer der Bahnfahrt noch einen beschwerlichem Marsch zurücklegen, den er wie einst unsre Väter beim Auszug aus Aegypten zeruraus besimlauthom al schichmom, mit seinen sieben Sachen auf dem Rücken, machen mußte. Der letzte Akt war unsre Zusammenkunft mit den Zionister* am zweiten Tag Pessach zu Minchoh in der Synagoge. Es hatten sich Angehörige vieler jungnjüdiscber Organisationen eingefunden. Der Herzl^Club Berlin, der (Bar Kochba Berlin, der Blau-Weißi Berlin, mehrere Turnvereine Süddeutschlands und aus Prag Und Wien waren vertreten. Julius Rosietnfeld wies in einer An-

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