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Der jüdische Student · 1917-01-01 · Sommer-Semester (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
Sommer-Semester (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der Jüdische Student 3 mellen, das jüdische in der Abwehrpose erstarrte, ist im K. J. V. alles Leben, Entwicklung, Kampf; während sonst überall das Streben darauf gerichtet ist, Menschen zu erziehen, „die ins Leben passen", schafft das K. J. V. — im; idealen Falle — Gestalten der Zukunft. Man mtiß sehr weit zurückgehen in der Geschichte der deutschen Jugend, bis an die Anfänge der deutschen Jugendbewegung, um Aehnliches zu finden, und vielleicht darf man sagen, daß die begeisterten Hörer Fichtes und die Jünglinge der alten deutschen Burschenschaft, daß die in Kampf und Gefahr standhaften „Demagogen" des Wartburgfestes zwar nicht so, aber entsprechend empfunden und gestrebt haben.— Es kann nicht ohne Bedeutung sein, daß in dieser Zeit der jüdischen Not tausend jüdische Akademiker zusammenstehen mit dem Willen, zu tun, was an ihnen ist, um ihr Volk zu erhalten und, was mehr heißt, sich selbst einzufügen in den Ring jüdischen Geschehens. Nie war die jüdis'dhe Zerrissenheit, nie die Gefahr völligen Zusammenbruchs unseres Volkes größer als in diesem Kriege; nie freilich auch die innere Kraft unserer Gemeinschaft offenbarer. Wir stehen am Scheidewege: Heute wird geurteilt über unsere Zukunft, und das Urteil heißt Verdammung, wenn die zersetzenden Elemente stärker bleiben als die erhaltenden. Während diese Erkenntnis bereits die Judenschaften der ganzen Welt erfaßt und aufgerüttelt hat, steht die deutsche Judenheit noch abseits, befangen in den alten Idealen der Assimilation, die durch Beteuerungen oder Taten hofft, sich des gelben Flecks entledigen zu können, den uns die Umwelt aufzwingt. Ja, während die ewige Enttäuschung schon wieder an den Seelen rüttelt, während verdoppelter Antisemitismus auf überschwängliche Fragen harte Antwort gibt, späht man noch immer nach jedem Streifen Lichts, und mag es auch ein Irrlicht sein, das über den trügerischen Boden deutsch-jüdischen Zusammenlebens huscht. Uns K. J. V.-er beirrt das alles nicht. Wir sind nicht abhängig von der Schätzung der Umwelt. Wir wehren uns gegen Antisemitismus, Brutalität, Mißverstehenwollen, ohne vton diesem Kampfe berührt oder innerlich ausgefüllt zu werden, wehren uns wie ein Wanderer, der den Köter fortschleudert, der ihm kläffend zwischen die Beine springt. Wohl wissen

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