Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 12. Kriegsheft (27.11.1916)
- Date
- 1916-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Jüdische Student erster Linie zu berücksichtigen sind. Wir haben uns vielleicht in der letzten Zeit etwas zu sehr leiten lassen von unserem Dogma: „Das Ziel der Korporation ist der Alte Herr." . Dieses Wort ist, richtig verstanden, auch heute noch nicht falsch, insofern unsere Arbeit nur dann ihren Zweck an dem einzelnen erfüllt, wenn der einzelne aus der Korporation als zionistisch tätiger alter Herr hervorgeht. Aber dieser Zweck darf uns nicht vergessen lassen, daß wir eine Jugendgemeinschaft, nicht eine Altherrenorganisation sind. Das bedeutet aber auch keine Ausschaltung der Allen Herren; auch für ihre Beteiligung bietet das K. J.V. Raum. Sie nehmen einmal als Führer und Förderer der' Jugend an der eigentlichen Kartellarbeit teil, sowohl einzeln wie auch organisiert in den Altherrenbünden. Sie schließen sich andererseits auf Grund der einheitlichen Grundbestimmung, an deren Vorhandensein im K.J.V. ich trotz aller Meinungsverschiedenheiten glaube, zu zionistisch-politischer Tätigkeit in den Bezirksverbänden zusammen. . Es ist ganz nützlich, sich von Zeit zu Zeit über die Grundlagen unserer Arbeit von neuem klar zu werden, alte Dogmen aufs neue auf ihre Richtigkeit-zuprüfen und selbstverständlich gewordene-Wahrheiten von neuem auszusprechen. Zu einer solchen Revision der Grundauffassungen gibt der Umstand Veranlassung, daß wir rein äußerlich an einem Wendepunkte unserer Entwicklung stehen; denn die alte Entwickung des B. J. C. ist abgeschlossen mit dem Königsberger K. T. und der, Fusion Wir können daher von neuem die Frage aufwerfen : Was ist das K. J.V.? Jedenfalls nicht eine lose Gemeinschaft („Sammelpunkt") von Leuten, die sich auf allgemein jüdischer Basis zusammengetan haben; eine Gemeinschaft, in den jeder nach seiner Fasson selig werden kann. Wir sind aber auch keine akademische R/opagandagruppe der zionistischen.Organisation; unsere Aufgabe ist nicht pölitische Propaganda. Nicht darauf kann es uns ankommen, der zionistischen Organisation möglichst viele Anhänger unter der jüdischen Studentenschaft zu gewinnen. Selbstverständlich brauchen wir Leute, möglichst viele gute Leute, und deshalb müssen wir keilen; aber die Propaganda ist nicht das Ziel unserer Arbeit. Wir müssen uns bewußt sein, daß wir die umfassendste und höchststehende national-jüdische Jugendgemeinschaft sind. Unsere Aufgabe ist es, die national-