Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 12. Kriegsheft (27.11.1916)
- Date
- 1916-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 321 befriedigendes Arbeitsfeld im* Osten eröffnet. Wir hoffen und wünsche^, daß der Frieden wenigstens die polnischen Juden von drückender Knechtschaft befreit und uns die Möglichkeit gewährt, die Propaganda und die Organisation unserer nationalen Idee dorthin zu tragen. Die erste Voraussetzung dieser Arbeit, nämlich daß Polen uns überhaupt zugänglich wird, ist von unserer Macht unabhängig; wir müssen sie von außen erwarten. Wenn aber diese Voraussetzung uns gewährt wird, so wird es für uns heißen mit allen unseren Kräften auf dem Platze zu sein. Es sei dabei von vornhein der irrigen Vorstellung vorgebeugt, als wären die polnischen Juden Objekte, die sozusagen der Bearbeitung durch uns bedürften. Eine solche Auffassung hat schon oft genug das Verhältnis zwischen Ost- und Westjuden getrübt; vom nationalen Standpunkt aus ist sie durchaus zu verwerfen. Werden die polnischen Juden von dem Drucke entlastet, der zur Zeit auf ihnen liegt, so kann es sich nur darum handeln, daß wir in innigt-r Gemeinsamkeit mit ihnen das Werk fördern, die Zukunft des jüdischen Volkes herbeizuführen, die wir meinen. Die .K.J.V.-er werden dabei — eine geeignete Gestaltung der politischen Verhältnisse vorausgesetzt — eine der wichtig- sten Aufgaben zu erfüllen haben. Grade junge Akademiker sind wie überall so auch doit in erster Linie zu Trägern der nationalen Propaganda und Organisation berufen. Die Pflichten, die uns innerhalb der jüdischen Akademikerschaft Polens erwachsen würden, unterscheiden sich wahrscheinlich gar nicht erheblich von dem,' was hier den Inhalt unserer Arbeit bildet. Auch ein * Kampf gegen die Assimilation wird dort wie hier zu führen sein. Dann wird an Jeden, der im Begriff ist, sich zur Ausübung seines Berufs niederzulassen, die Frage herantreten, ob er in der Lage ist, nach Polen zu gehen und dort mit seinem ßerui die Arbeit für unser nationales Werk zu verbinden. Des Näheren auf die sich hieraus ergebenden, insbesondere die praktischen Fragen, einzugehen, erscheint uns solange nicht angezeigt, als es an der elementarsten Voraussetzung fehlt, nämlich der Entscheidung über die Zukunft Polens in unserem Sinne. Auch hier wird es richtig sein, sich vor einem vor-