Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 12. Kriegsheft (27.11.1916)
- Date
- 1916-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 317 /Erfolges der zionistischen Arbeit wüfde es bedeuten, wenn die eben durch die Fusion geschaffene vorbildlicheEinheit in derArbeit der akademischen Jugend nun durch neue Spaltungen wieder verloren ginge. Wer solche herbeizuführen beabsichtigt, der sei sich seiner Verantwortung gegenübtr dem Zionismus voll bewußt! Wir warnen davor, die jüdische Jugendbewegung schematisch in Parallele zu setzen mit der deutschen Jugendbewegung. Diese zeigt heute ein außerordentlich bewegtes Bild, und neue Formen ringen dort um ihre Entstehung. Solche Experimente darf und soll sich die Jugend eines Volkes gestatten, dessen Existenz so sicher begründet ist wie die des deutschen. Anders steht es bei uns. Eine Gemeinschaft wie die unsere, die mühsam um die Erhaltung ihrer Existenz kämpfen muß und für diese Erhaltung in erster Linie ihre Jugend, und zwar jeden einzelnen Menschen, braucht, darf nicht zum Objekt von Versuchen gemacht werden, deren Wert noch nicht abzusehen ist. — Soviel über das geistige Leben des Kartells, wie es sich* heute darstellt. Wir wenden uns jetzt der Darstellung der Lage der Kartelf-Organisation als solcher zu. Die Oesamtzahl der Mitglieder des Kartells beträgt etwa 970. Hiervon stehen bisher etwa 700 im Heere; diese Zahl vergrößert sich von Tag zu Tag. Von einem Korporationsleben konnte bis zum Abschluß des vergangenen Semesters allenfalls noch in Berlin, Breslau und Königsberg die Rede sein; lebhaft betätigte sich auch ein in Leipzig infolge eines zufälligen Zusammentreffens von Bundesbrüdern geschaffener Stammtisch. Unsere Neugründung, c!er Stammtisch in Frankfurt a. M, vermochte sich dagegen, im Gegensatz zu der K.C.-Verbindung an demselben Orte, nicht zu entwickeln. Ob dies ausschließlich auf •eine ungenügende Zahl von Ueberweisungen zurückzuführen ist, bleibe dahingestellt. Die übrigen Verbindungen beschränkten sich, soweit überhaupt noch Bundesbrüder am Orte anwesend waren, auf gelegentliche Veranstaltungen und die Keilarbeit. Dies gilt auch für die Bezirksverbände, von denen der Posener und der Bezirksverband Rheinland - Westfalen eine etwas lebhaftere Tätigkeit entfalteten.