Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 12. Kriegsheft (27.11.1916)
- Date
- 1916-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Jüdische Student 31 r BERICHT DES PRÄSIDIUMS FÜR DEN K.J. V.-TAG Bei dem Bericht über das Leben des K.J. V. seit der.Fusion den wir hier erstatten, setzen wir als bekannt voraus den im- Januar dieses Jahres erschienenen Präsidialbericht über die bis dahin verstrichene Zeit. Der heutige Bericht soll den damaligen* zeitlich und sachlich ergänzen. Im Vordergrund des Interesses steht nach wie vor die; Frage/ob die Fusion ihre Existenzprobe bestanden habe. Wir können sie in voller Aufrichtigkeit bejahen und es als unsere Ueberzeugung aus sprechen,.daß die Fusion allgemein Wurzel gefaßt hat und ihr Bestand vollkommen gesichert erscheint. Int diesem Sinne hat sich das Kartell kontinuierlich entwickelt. .Der Druck der äußeren Ereignisse ebenso wie gemeinsame zionistische Erlebnisse, sachliche Erörterungen und Auseinandersetzungen, Keilarbeit und Arbeit in den Korporationen und im Präsidium haben uns immer aufs neue den Nutzen unserer Einheit wie ihre tief innere Notwendigkeit gezeigt, und sie wird', uns um so selbstverständlicher werden, je weniger über sie diskutiert und je eifriger gearbeitet wird. Die Differenzen,, die trotzdem bestehen, und die nicht geleugnet werden solle», betreffen nicht die Fusion als solche, sondern nur die vom Fusions-Kartelltag festgesetzten Fusionsbedingungen. Träger dieser Differenzen sind fast ausschließlich einige Alte Herrenv im einzelnen handelt es sich um die Frage des zionistischen Programms, in zweiter Linie um die Frage der Einführung des im K. Z. V; getragenen Bandes, die Einräumung größerer Selbstständigkeit an die einzelnen Korporationen und um die Frage der Abschaffung des allgemeinen Duzkomments. Diese Forderungen, die in der ersten Zeit von vielen Seiten und ziemlich lebhaft vertreten wurden, sind> abgesehen von der Forderung nach einem offiziell zionistischen Programm, allmählich anscheinend1 mehr in den Hintergrund getreten. Diese Entwick- Tung ist durchaus mit Freude zu begrüßen. Der Krieg hat uns die Dinge unseres früheren täglichen Lebens mit anderen Augen ansehen und richtiger einschätzen gelehrt; er hat uns vor eine Fülle der wichtigsten neuen Probleme gestellt, deren Lösung unsere ganze Kraft erfordern wird, und uns dadurch gleich-