Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 11. Kriegsheft (20.9.1916)
- Date
- 1916-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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306 Der Jüdische Student betätigen. Am 24. juhi sah unsere Kneipe 18 Buudesbrüder und 5 Keilfüxe beisammen; und in erstaunlich kurzer Zeit war unsere Erdbeerbowle nicht mehr. Der Schaden war jedoch bald behoben: unser 1. A. H. Hirsch stiftete uns eine neue, und deckte auch beim Repartieren die Hälfte des aufzubringenden Betrags. Es sei ihm hierfür nochmals herzlich gedankt: Wir dürfen ruhig behaupten, daß unsere Keilkneipe zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten verlief. (Nur einer dürfte die Nase rümpfen, wenn er das liest.) — Am Tag nach der Kneipe trafen wir uns morgens zum Frühschoppen; nachmittags machten wir einen Ausflug mit Damen und Keilfüxen nach Neckargemünd, fuhren im Boot zum Haarlass zurück, und als wir über den Philosophenweg im stillen Genießen der Landschaft nach Hause wandelten, da waren wir ungestört. Nach der Kneipe nahm „die Aktivitas" einen Fechtkurs mit drei Keiliüxen. Einen aussichtsreichen entriß uns leider der Militärdienst, die beiden anderen wurden aktiv, und zwar: med. Hans Hirsch aus Hamm a. Liep, und med.dent. Fritz Ro th e nb u r g aus Baldenburg, Westpr. Wir waren zweimal, angeblich auf Keilkneipen, in Frankfurt und nahmen öfter an Veranstaltungen des Blau-Weiß und der Zionistischen Ortsgruppe Mannheim teil. * Personalia: Bbr. Adolf Fiater promovierte zum Dr. med., Bbr. B ermann zum Dr. phil. Tryfus bestand sein Fuxen- und sein Burschenexamen. August Ernst Tryfus Rllder-V. J. St. Wir können von einem ausführlichen Bericht absehen, da wir unsere Mitglieder und die Bundesbrüder, die für uns Interesse haben, regelmäßig über unsern Betrieb unterrichten. In den letzten Wochen haben wir den Erstchargierten des Sommersemesters 1914 Hans Cohn und den Fuxmajor desselben Semesters Heinz Bieber in den Kämpfen im Westen verloren. Ihr Andenken wird in unserem Kreise erhalten bleiben! Unsere Präsenz in Berlin besteht aus einem A. H., Herzberg, der infolge Erkrankung nicht rudern kann, aber die Vereinsgeschäfte leitet, und drei weiteren Alten Herren, von denen zwei beim Militär sind, einer erst kürzlich infolge Erkrankung aus dem Felde zurückgekehrt ist, und einem uns von der Hasmonaea überwiesenen Oeneraldispensler. Es ist uns gelungen, seit dem Frühjahr 1915 den Ruderbetrieb ununterbrochen aufrecht zu erhalten, unser Haus und unsern Oarten weiter gut zu verwalten, das Bootsmaterial in Ordnung zu bringen und zu halten, und vor einigen Wochen haben wir uns sogar ein neues Boot anschaffen können, einen Riemenzweier, den wir „Blau-Weiß" genannt haben. Mit besonderer Be- . friedigung können wir von unseren Bemühungen, die Verbindung mit den