Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 11. Kriegsheft (20.9.1916)
- Date
- 1916-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Jüdische Student — Fritz Benjamin. Ein monatelanges Ringen um seine Seele war es damals, in dem alle Fragen unseres jüdischen Lebens lebendig wurden. Aber es galt auch, keinen beliebigen, noch* unbeschriebenen Keilfuxen zu gewinnen, sondern einen ganzen« jugendlichen jüdischen Menschen. Das war Fritz Benjamin im Leben: ein ganzer jugendlicher jüdischer Mensch! . Voll Gefühl für das, was in Wahrheit nottut, und zugleich allem Betriebsmäßigen fern, gestaltete er sein Leben. Gerade von ihm hätten wir viel erwarten dürfen für die Zeit, in der es — bald — gelten wird, unser Gemeinschaftsleben zu gestalten. Kraftvoll und von dem bescheidenen Mut des wahrhaft Tüchtigen war er, uns allen voran, der erste beim Skilaufen, Schwimmen und Turnen, und ebenso wenn es galt, träumerische Geschichten zu erzählen mit heimlich tiefem Sinn. So auch,, wenn er Klavier, wenn er Guitarre spielte. Als unsere Wanderbünde gegründet wurden, da hat mancher Kniehosen angezogen, Guitarre zu spielen und manches andere in ehrlichem Bemühen versucht, was ihm nicht lag. Fritz Benjamin war in seinem träumerischen Wesen der Natur nahe und allem Natürlichem, und besaß auch hier, was wir anderen erst erstreben oder wieder zu finden trachten. Wie hingen diekleinen Buben unseres Münchener Blauweiß an diesem Wanderer und Führer, der ihnen, ohne alle Lehrhaftigkeit, ein Beispiel gab!: Ich weiß nicht, ob Fritz Benjamin jemals etwas veröffentlicht hat; aber mir sind in guter Erinnerung seine rätselvoll klugen Geschichten, die er mir in seinem hochgelegenen Schwabinger Zimmer vorlas. Ich entsinne mich vieler herrlichen Stunden auf gemeinsamen Winter- und Sommerfahrten; und unvergeßlich bleibt mir jener Ausflug, der uns, diesmal nur Führer und Führerinnen, zum Abschied ins Isartal führte. Als nach fröhlichem Tagestreiben die Stimmung der Trennung ahnten wir's: für immer?s sich schwer auf uns senkte und keines mehr ein Wort sprach,, da begann er uns eine wundersame Geschichte vom Ringen, der Menschen um das Gelingen. Von diesem Ringen, das das Leben ist und an dem die meisten zerbrechen. Aber wenigen,.