Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 11. Kriegsheft (20.9.1916)
- Date
- 1916-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Jüdische Student 291 als Entgegnung auf die Zustimmungserklärungen von Baer und Fabian entstand, mag. ihr Ton vielleicht verständlicher werden. ' Ich hoffe, daß nach dieser Erklärung eine von äußeren Reibereien ungehemmte Diskussion um so besser und gründlicher der Sache selbst sich zuwenden kann. » Gustav Krojanker Alfons Riesenfeld (Brief)! Es ist nun schon lange Monate her, seitdem-er gefallen ist, und Du fühlst, daß Dir die Erinnerung nicht genüget! kann an die kurzen Semester, die Du mit Deinem Leibfux zusammen warst, um sein Bild ein ganzes Leben lang kräftig und ungeschwächt' in Dir zu bewahren. Ich soll Dir helfen, weil ich seine Jugend kannte, weil er mit mir verwachsen war durch Erlebnisse, die gleiche Spuren in mir ließen, weil wir uns innerlich nie verlassen haben, bis sein:Tod uns trennte. ■ Es ist schwer seinem Wesen gerecht zu werden. Schon viele unserer Besteh sind gefallen, sie alle haben Freunde gelassen, die ihrem Schmerz in Worten Ausdruck gaben, und so arm ist die Sprache, daß immer dieselben Töne nur erklingen zu so verschiedenen Lebensmelodieen. Das Tiefste läßt sich ja auch nicht sagen, man müßte denn die Wurzeln einer Freundschaft bloßlegen wollen, die Gemeinsamkeiten aufdecken, die allein doch die Wege zeigen zu den Tiefen einer Persönlichkeit. Es war Alfons Riesenfeld schwer geworden, ein zielsicherer k Mann zu werden aus den Verwickelungen einer Jugend, die überreich war an Stimmungen, an Empfänglichkeit für alle Eindrücke, und grade, als er davor stand, sich zu vereinheitlichen, hat ihn der Tod hinweggerafft. Er hatte ihn immer nahe gefühlt, den Tod als Erlöser vom Weltenübei, nur milder und weniger heldenhaft hatte er ihm vorgeschwebt. Nun ist seine Seele zur Ruhe gekommen, die weich und knabenhaft geblieben war, die sich nie hat zurechtfinden können im Leben. Immer hatte er Verworrenheiten gefühlt, deren er nicht Herr wurde, nie gleich uns gelernt, die Rätsel einzumauern, die das Leben ihm aufgab, und unbeirrbar weiter zu gehen. Die Menschen liebte er — und glaubte nicht an sie, er haßte das Leben, das so viele verschlungene Pfade hatte, wo es immer galt, Hindernisse zu überwinden, und Häßlichkeiten aus dem Wege zu gehen —