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Der jüdische Student · 1916-09-20 · 11. Kriegsheft (20.9.1916) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
11. Kriegsheft (20.9.1916)
Date
1916-09-20
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Der Jüdische Student 289 :für-däs Volk, aber keine für sich. Und doch ist Wille, ist Tat •der Sirin unseres ganzen Zionismus. Den Zwiespalt ' erkannt •haben viele und mancher von ihnen hat ihn nicht im Sinne der Assimilation .beantwortet. Was wir neu gebracht haben, wir IZionisten, ist die Konsequenz aus unserer Erkenntnis, Es ist -nicht währ, daß der deutsche Jude in Palästina bleibt, was er war. Er entwickelt sich, und wenn Bloch hier mit Recht fordert, daß wir uns «den Einflüssen des deutschen Milieus nicht •entziehen, was doch offenbar gewisse Folgen hat, warum sollen wir denn eigentlich drüben nicht das ostjüdische Milieu auf uns «wirken lassen, das1 vielleicht uns selbst nicht mehr umändern kann,,wohl aber uns »die Fähigkeiten geben wird, unsere Kinder zu jüdischen Menschen zu erziehen, während bei den Kindern rder; Hiergebliebenen die Gefahr besteht, daß sie im selben Problem groß Werden, sich zur Zeit des'Abiturs (vielleicht durch (ßlau-Weiß etc. etwas nehmen entscheiden und im besten Falle .dieselbe. Entwicklung %/üher) wie ihre Eltern. Denn mit der .zionistischen Theorie1; kann man Erwachsene . gewinnen, keine «Kinder erziehen...' Das hat nichts mit der Einschätzung der Galuth-Arbeit zu -tun, über die ich niq^t anders denke als Salli Hirsch. Uns allen •schwebt ein *Ideäl des Guten vor. . Würde es einer oder der -andere, erreichen, er würde' verhungern itnüssen, denij er könnte (keinen Bissen essen, ohne derer zu gedenken, die kein Brot haben. So ist es mit derri Jdeal cter persönlichen Uehersiedlung bestellt. . Gewiß, die ganze wichtige Arbeit im Galuth. würde in •dem Moment aufhören, wo alle Zionisten restlos in Palästina wären v(es heißt freilich: schear jashub!), aber das ist eben ein •irrealer Fall. Deshalb wird keine Golusarbeit aufhören, wenn der.Zug nach Palästina, stärker wird/ Das Streben nach Palästina frjeilich. sollten wir voh jedem erwarten. / •(Uebrigens kenne ich keine Bundesbrüder, die. ernst entschlossen, nach Palästina zu gehen, darin einen Freibrief zu sehen glauben/ hier nichts -zu tüh. 'Wohl aber kenne ich die, die nicht nach Palästina; gehen und hier auch nichts tun. Ganz verschoben fwird die Diskussion durch Krojankers Spott überden neuesten zionistischen Typ. Ueherhaupt zeigen Krojankers , Ausführungen , ein bedauerliches Nichtverstehen mancher zionistischer Gedankengänge, das durch die überhebliche Art, in der er alles hinstellt, nicht sympathischer wird. Auch ich finde die Bekämpfung des Intellekts, das Streben nach »Einfachheit, Unproblematik, Jugendlichkeit unnatürlich und bekämpfenswert, eine andere Art der Assimilation. Aber das hat miditszu tun mit dem ersten Wunsch, nach Palästina zu .kortfrhen. Jch gläube nicht, daß in dem Wunsch, jüdischer

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