Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 9. Kriegsheft 9 (20.6.1916)
- Date
- 1916-06-20
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Siudent 227hang der Bundesbrüder mit den Verbindungen außerordentlich lockert; zumal ja auch der J. St. nur sehr selten erscheint, und ich habe Bundesbrüder mit unzweifelhafter K.J. V,-er - Gesinnung mit einer solchen Erbitterung von diesen Zuständen sprechen hören, daß ich es für meine Pflicht halte, das Präsidium um sofortiges Eingreifen zu bitten. : Der heutige Zustand wird von vielen auch deswegen als besonders schmerzlich und beschämend für uns. empfunden, weil sie sehen, daß andere Veibände, wie Blau-Weiß und Herzl Bund, unvergleichlich kameradschaftlicher und liebevoller für ihre im Felde stehenden Mitglieder sorgen. Vorbildlich scheint mir in dieser Hinsicht der Herzl- Bund zu sein, der es ohne Mühe fertig bekommt, jeden Mittwoch ein Zirkularschreiben und alle paar Wochen auch Liebesgaben ins Feld zu senden. . , , Es ist traurig, daß man als K.J. V.-er solche Briefe schreiben muß, ich hoffe aber, daß es doch wohl mehr die persönliche Unfähigkeit derer ist, die heute an der Spitze unserer Verbindungen stehen, als der Mangel an Freundschaftsgefühl, der in dieser Vernachlässigung der im Felde stehenden Bundesbrüder zum Ausdruck gelangt. Eins ist klar: Daß die Sache jetzt anders werden muß! Die verehrlichen Verbindungen werden hoffentlich nicht einwenden, daß es keinen Zweck hätte, jetzt Reformen einzuführen, da der Krieg ja doch nicht ewig dauern könne. _ Rosenblüth behandelt in seinem Briefe eine Unterlassungssünde einzelner V.J. St.-en, die vom Präsidium bereits in Rundschreiben und Einzelbriefen gerügt worden ist. Nur wenige "V. J. St.-en kommen ihren bundesbrüderlichen Verpflichtungen den im Felde Stehenden gegenüber nach. Auch wo von .einer V.J. St. nur einzelne Bundesbrüder zu Hause geblieben sind, wird es denen möglich sein, ab und zu ein Rundschreiben zu versenden, das die Empfänger auch dann schon herzlich erfreuen wird, wenn es nur Personalnachrichten enthält. Derartige Berichte über interna einzelner Verbindungen können natürlich nicht von einer Zentrale aus verfaßt werden, sondern nur von Eingeweihten. Die regelmäßigen Feldrundschreiben des Präsidiums behandeln andere Themata und können und sollen die Verbindungsmitteilungen nicht ersetzen. Mischmar Die Lage des zionistischen Aktions-Komitees ist durch die Tatsche, daß die amerikanischen Gesinnungsgenossen durch ihre Verpflichtung für Palästina und die russischen Gesinnungsgenossen durch ihre eignen Sorgen vollständig in Anspruch ge-