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Der jüdische Student · 1916-06-20 · 9. Kriegsheft 9 (20.6.1916) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
9. Kriegsheft 9 (20.6.1916)
Date
1916-06-20
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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212 Der Jüdische Student i Werturteil, das unsere Arbeit herabsetzen will, können wir mit lächelnder Gebärde ablehnen, solange es nicht von berufener Seite kommt. Wir sind hier, weil wir uns hier an unserem Platze fühlen, wo wir allein für uns und andere wirken können. Darf ich ein wenig von mir reden? Ich habe auch nicht das geringste Talent zum Bauern, ja nicht einmal die obligate Sehnsucht nach der Scholle. Und was ich in Palästina sollte, weiß ich beim besten Willen nicht. Dagegen denke ich, mich weiter, wie bisher, in innigem Bemühen an den deutschen Denkern — andere kenne ich nur unvollkommen — heranzubilden, und hoffe, bei der Erörterung jüdischer Probleme damit einmal von einigem Nutzen sein zu können. Es scheint mir auch, daß solche Schulung einer ganzen Reihe unserer Theoretiker gar nicht schaden würde. Und ich werde es mir nicht nehmen lassen, soweit mir dies möglich ist, am politischen Leben des deutschen Volkes wenigstens wahrnehmend und denkend teilzunehmen. Das ist das einzige wirkliche politische Leben, das ich von innen heraus kenne, und sollte es mir möglich sein, dadurch zu einigem politischen Verständnis zu gelangen, so glaube ich auch damit der zionistischen Sache einen Dienst erweisen zu können« Ich glaube, auch an politischem Verständnis haben wir nicht gerade Ueberfluß. Wie ich mich aoer weiter bilden sollte, oder wie ich der jüdischen Sache einen Dienst erweisen könnte, wenn ich wirklich mit dem Radikalismus in irgend einer Form Ernst machte, das kann ich mir nicht vorstellen. Dies eine konkrete Beispiel statt längerer theoretischer Auseinandersetzungen. Es scheint mir, daß die meisten von uns in gleicher Lage sind. Ihr Radikalismus ist entweder eine Unwahrheit oder führt ernstgenommen, zur Selbstverstümmelung und Selbstausschaltung. Hans Bloch K.J. V. und Blau-Weiß Von Hans Oppenheim (V.J. St. Ma-3e), Berlin. Der leitende Gedanke der Fusion war die Zentralisation der nationaljüdischen Akademikerschaft Deutschlands. Voraussetzung dabei war, daß alle Sonderinteresseh der einzelnen Verbindungen, soweit sie dem Arbeitsprogramm dieses neuen politischen Machtfaktors entgegenstanden, zurücktreten mußten. Ob nun die Fusion geglückt ist; kann man doch wohl im Kriege nicht ganz überblicken, da die kleine Anzahl der Aktiven überhaupt erst in das K. J. V. getreten ist und die Bundesbrüder, die ein abwägendes Urteil haben könnten, sich im Felde befinden. Wenn /nun wir, die wir zu Hause geblieben sind, uns trotzdem von der Zukunft des Kartells nach dem Kriege

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