Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 5-6 (26.1.1916)
- Date
- 1916-01-26
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537715-3537720--3562-3541333- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
124 D r Jüdische Student •ernste und fruchtbare Probleme stellen wird. Aus dem Kreise -der dem Blau-Weiß angehörenden Bundesbrüder heraus ist nämlich die Forderung erhoben worden, daß das K. J. V. seine korporativen Formen ändern und dem durch die "Wanderbünde — nicht nur die jüdischen, sondern vor allem auch die deutsch-akademischen — gegebenen Vorbild anpasse. Diese Forderung wird umso lebhafter vertreten werden, je größer von Semester zu Semester die Zahl der uns aus dem Btau-Weiß -zugehenden Bundesbrüder wird. Ein Schritt im Sinne dieser Wünsche ist die Einführung der sonntäglichen Korporations- •wanderungen, die auch im Kriege nach Maßgabe der vorhandenen Kräfte durchgeführt wurden. Die Frage im Kriege .zur Entscheidung zu bringen, war natürlich untunlich. Wünschenswert indes wäre es, wenn die öffentliche Diskussion •darüber bereits jetzt begönne. III. Aeußere Beziehungen des Kartells Die Fusion fand nicht die Beachtung in der jüdischen Presse <die ihr in Friedenszeiten zu teil geworden wäre. Der bald erfolgte Ausbruch des Krieges lenkte die Aufmerksamkeit auf andere Dinge. Die zionistische F. esse begrüßt die Fusion freudig und .hoffnungsvoll. Die K. C.-B!ättcr registrierten sie kurz und drücken ihre Befriedigung darüber aus, daß das neue Kartell durch Annahme eines nationaljüdischen Programms Klarheit geschaffen habe. Gleichzeitig mißverstanden sie diese Programmänderung dahin, daß sich das Kartell auf den „radikalen" Flüge! der zionistischen Partei gestellt habe. Auch einzelne Tageszeitungen nahmen von der Fusion Notiz. Unsere Beziehungen zilr Zionistischen Organisation waren selbverständlich ebenso intim, wie es bei den alten Verbänden der Fall gewesen war. S";e kamen zu besonderem Ausdruck in dem öffentliche Vortragszyklus über national-jüdische Fragen, den wir im Wintersemester 1914 15 auf Veranlassung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in unserem Namen veranstalteten Die Redner—Rohrbach, Jaeckh,Buber, Paquet — befürworteten, ie;l> von deutschen, teils von jüdischen Gesichtspunkten ausgehend durchweg die Ansiedlung den Juden im vorderen Orient, insbesondere in Palästina. Dank den bekannten Namen der Vor-