Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 5-6 (26.1.1916)
- Date
- 1916-01-26
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Der Jüdische Student Bbr. Albert Baer wurde zu den Arbeiten des Präsidiums heran« gezogen und übernahm die Keilarbeit, in gleicher Eigenschaft wurde Bbr. Fritz Löwenstein damit beauftragt, eine nähere Korrespondenz mit den im Felde stehenden Bundesbrüdern zu führen und an sie informierende Rundschreiben zu versenden, Die übrigen Angelegenheiten oblagen, soweit dafür nicht im einzelnen Fall ein besonderer Bearbeiter bestimmt wurde, Erich Cohn, zum Teil gemeinsam mit Rosenberg. Ueber die Ergebnisse der K e i 1 a r b e i t ist ausführlich in den J. St.en vom März und vom August 1915 berichtet worden Auf diese Berichte wird verwiesen. Der Zuwachs von insgesamt etwa 70 Füxen muß angesichts der Verhältnisse — des Mangels an Objekten wie Subjekten der Keilarbeit — als b e - friedigend bezeichnet werden. Daß an manchen Stellen — insbesondere in Frankfurt a. M. — mehr zu erreichen gewesen wäre, steht außer Zweifel. Die Tätigkeit des Ueberweisungsressorts konnte sich nach Lage der Sache nur in sehr engen Grenzen bewegen. Den umfassenden Anteil, den es, Weisungen der ersten Sitzung •des K. J. V.-Präsidiums entsprechend, an der inneren Durchführung der Fusion durch eine ausgleichende Verteilung der Burschen auf die Verbindungen in Friedenszeiten hätte nehmen können, konnte in der Zeit dauernder militärischer Einziehungen neuer Bundesbrüder naturgemäß nicht zur Geltung kommen. Der Ressortleiter mußte schon zufrieden sein, wenn es ihm gelang, die Verbindungen überhaupt betriebsfähig zu erhalten. Im W. S. 1Q14 15 und im S.S. 1915 war das, wie bereits gesagt, da das Kartell in ihnen immerhin noch über eine Zahl von etwa 50 bis 60 Burschen und Füxen verfügte, bei allen Verbindungen mit Ausnahme der V. J. St.-en in Fr ei bürg und Heidelberg möglich. Die innere Arbeit im Kartell vollzog sich auch während •des Krieges in den im B. J. C. und im K. Z. V. herkömmlichen Formen. Im Anfang des Krieges waren im Präsidium die Meinungen darüber geteilt, ob bei unseren im Felde stehenden Bundesbrüdern die Empfänglichkeit für unsere nationalen Interessen nicht verdrängt sei durch die Fülle andersartiger Eindrücke. Infolgedessen glaubte das Präsidium, zunächst den „Jüdischen Studenten" nicht erscheinen lassen zu sollen. Statt dessen