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Der jüdische Student · 1915-07-09 · Heft 2 (9.7.1915) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
12 (1915-1916)
Issue
Heft 2 (9.7.1915)
Date
1915-07-09
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Der Judische Student Monatsschrift des Kartells Jüdischer Verbindungen TT Jahrg. BerlTnrMulTmS Na. 2 Gedenkrede bei der Trauerfeier am Abend des 2. Mai von Arthur Biram Bundesbrüder! Freunde! Als Erich Rosenkranz das letzte Mal unter Euch sprach — es war, als Ihr Abschied nahmt, um jeder an seine Stelle in diesem blutigen Kriege zu eilen —, da klangen seine Worte inden Ausruf aus: „Ach, was würden wir erst empfinden, wenn^ wir jetzt zum Kampf auszögen für unser Land!" Es kann kaum eine Aeußerung geben, die unsern Freundi besser kennzeichnete als diese in seiner letzten Stunde \ im< bundesbrüderlichen Kreise. Auf der einen Seite das selbstverständliche Sichhineinstellen in das gewaltige Erleben einer großen Zeit, und auf der andern Seite der Wunsch, das Höchste,, was wir Menschen hingeben können, das Leben, darbringen zu dürfen für das große LebensideaL Ich war selbst nicht zugegen,-, aber ich kann ihn mir denken in diesem Moment, da ihn der Oedanke durchzuckte: es könnte einst die Stunde schlagen, da wir nicht mehr in Volksversammlungen und in Beratungen, in Agitation und im besten Fall in Erziehungsarbeit für unser Werk kämpfen, sie würden einst lebenswahr als große Realitäten* vor uns stehen: neue Judenfreiheit und der langersehnte Heimatboden, und dann würden wir unser Leben einsetzen im-letzteil*' großen Entscheidungskampf. Nun ist es anders gekommen. Er selbst hat diese Stunde heldischen Erlebens nicht sehen dürfen, und vielleicht keiner von uns wird sie je schauen. Weiter werden wir die Arbeit des Alltags schleppen müssen, aber Du wirst mit uns sein, toter Fuhrer, Du wirst in uns leben, guter, treuer Freund, und winkt dereinst die Stunde des Sieges, Du wirst ihn miterkämpft haben, Du wirst dann unter uns sein, und wenn man der

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