Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 10 (21.3.1914)
- Date
- 1914-03-21
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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34t Per jftdisets* Sind«** ebenso auch die Theorie ab, die den Zionismus als wesentlich bedingt^uch von äußeren Ursachen erscheinen läßt Es ist bekannt, weiche Bedeutung diese entschiedene Betonung des nationalen Gedankens für den Zionismus gewonnen hat Achad Haam wird mit Recht als derjenige bezeichnet dem vor allem die Erkenntnis zuzuschreiben ist, daß das Ziel des Zionismus eine Belebung der Volksgesamtheit und ihrer Gesamtheitskräfte bedeuten müsse. Von diesen Gedanken aus glaubt er den politischen Zionismus ablehnen zu müssen. Denn er vermißt in ihm den Wunsch nach der Erhaltung des nationalen Ideais und sieht nur das Streben nach einer möglichst schnellen Befreiung einer möglichst großen Anzahl von Juden. Seine Forderung geht auf eine Erziehungsarbeit am Volke* Er verlangt eine Umwandelung des Volkscharakters,, eine Bekämpfung seiner Schwächen. Er will hierdurch eine Stärkung «der geistigen und moralischen Kräfte erreichen und verspricht sich davon die Erweckung und Veredelung nicht nur der nationalen, sondern auch der menschlichen Fähigkeiten der zum Volke Gehörigen. Diese Erziehungsarbeit müsse jedem Strebe» auf Veränderung der äußeren Bedingungen vorangehen; für sie komr#e nicht die Schaffung einer politischen Gemeinschaft, sondern nur die eines geistigen Zentrums in Betracht das durch seine Wirkungen an der Belebung des Volksgeistes mitzuschaff ei* vermöge. Seine Forderung erklärt sich aus einem der modern-europäischen Gedanken, deren Anwendung er so sehr liebt Es ist der Entwickelungsgedanke der darwinistischen Theorie, dem er besonders ergeben ist und den er auch auf das jüdische Problem anwenden zu müssen glaubt Hiervon ausgehend hält er es für eine unorganische und daher undurchführbare Forderung, die äußeren Bedingungen des Volkslebens verändern zu wollen^ ehe das Volk durch eine innerliche Erziehung sich die Kraft gewonnen habe, solche Bedingungen sich selbst zu schaffen. Der Gegensatz zum politischen Zionismus nötigt in mehrfacher Beziehung zur Kritik, Es fehlt zunächst das Verständnis dafür, was die politische Bewegung an sich bedeutet Achad Haam sieht nicht, in wie hohem Grade die politische Natur des Zionismus zu jener Verbreitung und Vertiefung des Nationalismus beiträgt, die er erstrebt Es ist darauf hinzuweisen, daß er selbst eigentlich nirgends praktische Vorschläge für seih Erziehungsprogramm macht, daß seine allgemein gehaltene Forderung vielmehr, wenn man in ihr nach konkreten Verwirklichungsmöglichkaten sucht, in d$r Luft schwebt Um so schwerwiegender ist die Verständnislosigkeit für die national« erzieherische Bedeutung des politischen Zionismus, die doch im wesentlichen dem konkreten Ziel: Schaffung der öffentlich*»