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Der jüdische Student · 1914-01-31 · Heft 9 (31.1.1914) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 9 (31.1.1914)
Date
1914-01-31
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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324 Geld!). Es hat sich auf dem K. T. gezeigt, daß durch die Anspannung für einen kleinen Kreis viel intensiver und konzentrierter gearbeitet wird. In Wahrheit haben wir auch jetzt erst zwei Vereine, die bestimmte Anforderungen erfüllen, nämlich die Maccabaea und Königsberg. Aber es scheinen doch langsam auch andere Vereine den Weg zur Besserung zu beschreiten. Die Schwarzseher, die jede stärkere Betonung des Korporationsgedankens ängstlich betrachten, haben Unrecht gehabt; von ungesundem Partikularismus war jetzt viel weniger zu spüreiij als auf früheren Kartelltagen. Die Korporativierung hat auf die Erziehung der einzelnen wie auf die Entwicklung der Vereine gut gewirkt. — Dies ist das Bild vom B. J. C, das der nicht mehr aktiv Beteiligte aus den Verhandlungen und aus dem Zusammensein der Bundesbrüder erhalten mußte. Die Entwickelung ist im allgemeinen günstig, es stehen jedoch immer neue Schwierigkeiten im Wege, und wenn die Delegierten ihre Pflicht ganz erfüllen wollen, so müssen sie die reichen Anregungen, die sie in Königsberg auf dem K. T. empf;^»gen haben, in ihren Vereinen zu neuer Arbeit nutzbringend verwerten. Der KönigsbergerVerein hatte den KT. technisch vorbereitet, wie man es von ihm erwarten konnte, und damit war eine wesentliche Vorbedingung zum Gelingen des K. T. gegeben. Es fanden an Veranstaltungen für die „Außenwelt" ein Ball und ein Kommers statt, die zeigten, daß die Königsberger eine feste Anhängerschaft in Stadt und Provinz haben. Auf dem Kommerse stief eine bemerkenswert gute Biermimik. Es wurden außerdem während des ganzen Kartelltages zahlreiche" Kneipen mit Bier und Wein veranstaltet, die eine selige Stimmung verbreiteten, ohne daß sich ein unangenehmes Uebermaß bemerkbar gemacht hätte und ohne daß die auf durchaus gutem Niveau stehenden Verhandlungen darunter gelitten hätten. Ich glaube, daß uns dies allerdings niemand nachmachen kann. „Der V. J. St. versteht es, ernste Arbeit und fröhliches Studententum zu verbinden" — das ist ein Satz, der in jeder Tendenzrede und in jedem öffentlichen j. St. vorkommt. Der K. T. hat bewiesen, daß wir damit keine Phrasen machen. Wer diesen K. T. besucht hat, trägt in sich die Erinnerung an prachtvolle feucht-fröhliche Stunden. Auch hier haben wir wertvolle Anregungen eshalten, indem wir z. B. manches schöne neue eiplied mitgenommen haben. Ein kriegsstarker Ausflug in Schnee und Sturm an die Ostseeküste hat dse Renovierung derangestrengten Körper erheblich beschleunigt. Alles in allem: Es war halt wieder ein schönes Fest!

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