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Der jüdische Student · 1913-12-16 · Heft 8 (16.12.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 8 (16.12.1913)
Date
1913-12-16
Page
[Seite] (sequence 36)
Language
German
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296 K. C.-er Zentrum, zehn Keilfüxe, darunter sieben Essener, anwesend waren. Die Stimmung unserer Gäste auf und nach der vorzüglich gelungenen Kneipe hat uns bewiesen, daß unser Auftreten in manchen Städten, wenn auch noch nicht gerade als Bedürfnis, so doch als erwünschte Abwechslung gegenüber der KL C.-er Herrschaft empfunden wird. Um so befremdender muß es wirken, daß einem großen Teile unserer jüngeren Bundesbrüder das Gefühl für die Bedeutung unserer Arbeit und ihre Verpflichtung zur Mitarbeit zu mangeln scheint. Manche unserer Jungen, und nicht nur Aktive, auch jüngere Alte Herren scheuen den geringsten Aufwand an Geld, Zeit und Mühe, scheuen vor allem auch die leider oft unumgänglichen kleinen häuslichen Auseinandersetzungen, wenn es irgend einer V. J. St.-er-Sache ein Opfer zu bongen gilt. Woran liegt das wohl? Meines Erachtens kann das nur die Folge einer verfehlten Korporationserziehuug sein. Es scheint mir nach manchen Einelrücken, die ich in letzter Zeit gewonnen habe, drS die Erziehung in unseren Vereinen nach zwei Extremen tendiert, zur „Veräußerlichung" und zur „Verinnerlichung". Manche V. J. St.-en verlegen sich zu sehr auf die Pflege der körperlichen Ausbildung, manche erblicken in hebräischen Kursen und wissenschaftlichen Seminaren die Erlösung. So notwendig und selbstverständlich diese beiden Richtungen sind — leider findet man sie nur in ganz wenigen V. J. SL-ern vereint —, so vernachlässigen sie doch beide oft das Allerwiehtigste: die Erziehung zum Arbeiten, zur Opferfreudigkeit, zaim unbedingten Sich-Einsetzen für den Zionismus. Und wenn dies auch bestritten werden mag — all das kann ja hier nur angedeutet werden —, so ist doch zweifellos, daß wir erst dann das Recht haben, den Schwerpunkt unserer Arbeit nach innen zu legen, wenn wir nach außen unsere Pflicht getan, alle agitatorischen Kräfte bis aufs äußerste angespannt und jede Generation von neuem in diesem Sinne erzogen haben. Usn die durch die vorerwähnten Momente entstandene Entfremdung zwischen den älteren und .jüngeren Bundesbrüdern zu belieben, gleichzeitig zur Pflege der Geselligkeit und zu Keilzwecken, werden wir in Zukunft in Cöln die Institution der ASonats Versammlung einführen, die am ersten Dienstag jeden Monats alle Bundesbrüder, aus Cöln, Bonn und Umgegend nebst Keilfüxen vereinigen soll. Ferner werden an noch festzusetzenden Tagen regelmäßig niederrheinische Abende stattfinden, an denen sieh die Bundesbrüder aus Nordrheinland mit ihren Keilfüxen treffen. Sonst ist vom Bezirksverband noch zu berichten, daß der Bezirk in zwei selbständige Keilbezirke (Rheinland und Westfalen) geteilt worden ist, was sich zu bewähren scheint, und daß die Leitung des Bezirksverbandes von der Verbamfstagung inEssen demUnterfertigten übertragen worden ist. 15- Oktober Robert G i d i o u, .Cöhi. Redaktionsschluß für das nächste Heft am 12. Januar,

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