Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 7 (20.11.1913)
- Date
- 1913-11-20
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Judische Student 261 Enttäuschungen geworden. Noch im vergangenen Semester war seine Erwartung, er werde vom Präsidium mit Ueberweisungen gesegnet und eine wirkliche Korporation werden, zu Wasser geworden und der V. J. St. Bonn mußte mit einigen wenigen Leuten ein kümmerliches Dasein fristen. Auch diesmal steht uns dies bevor, wenn unsere Bitten nicht noch im letzten Augenblick erhört werden sollten. Wir werden dann mit einer „Corona" von 5 Aktiven im nächsten Semester „Korporationsleben" machen. Es ist dies um so bedauerlicher, weil es hier drei geborene Bonner Keilfüxe, Oberprimaner, gibt, die gegenüber der sicherlich starken Rheno-Silesia außerordentlich schwer zu keilen sind. Denn mit unserer Tendenz allein sind diese frischen rheinischen Jungen tatsächlich nicht zu keilen; sie wollen auch eine Korporation sehen, und solange wir ihnen diese nicht zeigen können, wird es auch um unsere Keilaussichfen stets' schlecht bestellt sein. Die Bonner Bundesbrüder treffen sich jeden Dienstag Abend mit den wenigen Zionisten Bonns. Auf der Keilkneipe in Essen chargierten wir. Personal ia: (nachzutragen vom August) Arthur C a h n , Hugo Cahn und Ernil Meyer wurden A. H. — Der E. R. verurteilte Marcus wegen Unbundesbrüderlichkeit zu einer verschärften Rüge, Jacobsohn wegen Disziplinlosigkeit zu 5 x\\. Geldstrafe, Israel wegen Disziplinlosigkeit zu 3 Monaten Dimission, Winter wegen Disziplinlosigkeit zu S Tagen Dimission. 8. Oktober Loewenthal Heidelberg. Da uns Bundesbruder um Bundesbruder verlassen hatte und es einsam und herbstlich wurde im traulichen Nest zu Heidelberg, rüsteten wir uns, „auszufliegen", d. h. im Monat September zogen wir im Land umher von Städtlein zu Städtlein, werbend um frische Kräfte, die weiterbauen sollen in unserem Sinne in der kommenden Zeit. Es war keine leichte Arbeit für uns. Denn alles Land, das wir betraten, war jungfräulicher Boden, wo noch nirgends unsere Idee starke Wurzeln geschlagen hat, und fast niemand mehr als vom Hörensagen weiß von jenem Judentum, das wir vertreten. Unser Gedanke wirkt auf die Keilfüxe in seiner Neuheit und Frische aufrüttelnd, ja erschütternd. So hoffen wir mit einem energisch propagierten V. J. St.-er-Gedanken die angeborene Scheu des Süddeutschen vor der Einreihung in ein«? Korporation zu überwinden. Es gibt für uns in Süddeutschland noch unendlich viel zu tun. Dies, so scheint mir, war erst der Beginn. Wir warten bescheiden und doch hoffnungsfroh auf Erfolge. Personalia: David hängt mit Herrn Robert Meyer (F. W. V.) auf s s. 15. 10. Oktober Hilb