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Der jüdische Student · 1913-08-20 · Heft 5 (20.8.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 5 (20.8.1913)
Date
1913-08-20
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Der Jüdische Student 149 wurde, verweigerten diese lautesten Verkünder deutschen Heldentums ihren Namen. Die Juden ohrfeigten in diesem Zustande der Notwehr die Deutsch-Nationalen. Die aber veranlaßte auch der Schlag ins Gesicht nicht, sich den Juden zu stellen. Sie liefen zum Rektor, und die Universitätsbehörde relegierte die beleidigten Jüdisch-Nationalen. Damit nicht zufrieden, rotteten sich die Deutsch-Nationalen eines Tages unvermutet zusammen und überfielen auf akademischem Boden einzelne jüdische Studenten. Ja, die Erben alt-deutscher Ritterlichkeit scheuten nicht davor zurück, wehrlose Studentinnen zu schlagen. Als nun die Jüdisch-Nationalen sich zusammenschlössen, kam es an mehreren Tagen hintereinander zu den bekannten Studentenschlachten in der Aula und auf der Rampe der Universität, bei denen die Juden schließlich nach tapferer Gegenwehr den immer wiederholten Ablösungen ihrer in zehnfacher Ueberzahl erschienenen Feinde weichen mußten. Daß jüdische Studenten in diesem Kampf durch Messerstiche verletzt wurden, bildet nur einen Beweis mehr für die ritterliche Gesinnung der deutschnationalen Ehrabschneider. Diese Ereignisse veranlaßten die Universitätsbehörde zur Verfügung eines allgemeinen Farbenverbots und zur Schließung des Haupteinganges der Universität, die nur noch durch eine kleine Hinterpforte betreten werden durfte. Als der Senat auf Grund der vorgenommenen Untersuchungen das skandalöse Verhalten der Deutsch-Nationalen öffentlich mißbilligte, zeigte sich die vornehme Gesinnung der deutschen Musensöhne noch einmal im schönsten Lichte. Sie richteten nicht nur öffentlich schwere Angriffe gegen den Rektor, dem sie u. a. ein Geldgeschenk für eine deutsch-nationale Anstalt zurückschickten, sondern sie besetzten eines Morgens den noch freien Eingang der Universität, gestatteten niemandem den Eintritt und verhinderten so die Abhaltung aller Vorlesungen und Prüfungen. Die Folge dieser unerhört anmaßenden Störung des Unterrichtsbetriebes war nicht etwa Relegierung der Unruhestifter und Auflösung ihrer Korporationen, sondern der Senat nahm seine früheren, gegen die Deutsch-Nationalen gerichteten Erklärungen im wesentlichen zurück und hob das Farbenverbot auf, so alles beseitigend, was nur irgendwie als Maßregelung der Deutsch- Nationalen gedeutet werden konnte. — Kurze Zeit später führte

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