Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 4 (30.7.1913)
- Date
- 1913-07-30
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
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Der Jüdische Student 135 Satisfaktion vorn allgemein zionistischen oder jüdischen Standpunkte aus bekämpft. Verschiedene Beurteilung find dagegen schon die Frsge, welche erzieherischen Wildungen von der geplanten Reform zu erwarten seien. Während ein Teil des A. H. B. der Ansicht Bileskis folgte, wurde von anderer Seite, auch von Anhängern der Reform, betont, daß eine rein technische Maßnahme, die übrigens an dem Fecht- und Mensurbetriebe praktisch nichts ändern würde, keine erzieherischen Wirkungen ausüben könne. Wenn sich bei dem gegenwärtigen Zustande in vereinzelten Fällen moralische Schäden gezeigt hätten, so wurzelten diese „Goluserscheinungetf' in tieferliegenden Ursachen, als in der offiziellen, bedingten Satisfaktion. In diesem Zusammenhange wurde betont, daß die Münchener Affäre gerade von den krassen Anhängern des Satisfaktionsprinzips verschuldet wäre und daß in der Königsberger Affaire die unbedingte Satisfaktion die K. C.-er nicht vor 'kneiferischem Verhalten geschützt habe. Entscheidend fiür die Abstimmung der Alten Herren war daher die Zweckmäßigkeitsfrage; Die Majorität schloß sidto Bileski an, der von der Reform eine Klärung und Festigung unserer studentischen Stellung erwartet und annimmt, daß geringe Verluste in der Keilarbeit durch wertvollen Zuwachs aus anderen Kreisen ausgeglichen werden würden. Die Minorität gab zu, daß uns die Reform studentisch nützen könne, glaubt aber, daß der Nutzen in keinem Verhältnis zu der Schädigunig der Keilarbeit stehen werde. Sie befürchtet große Verluste aus orthodoxen oder gut jüdischen Kreisen und verweist auff das Beispiel des K. Z. V., hält diesen Verlust auch qualitativ für sehr erheblich — wiederum unter Hinweis auf das K. Z.V. — und glaubt nicht, daß der Zuwachs aus anderen Kreisen gmß sein wird. In der Abstimmung entschied sich der A.H.B, mit 15 gegen 6 Stimmen bei 3 Stimmenenthaltungen für die Einführung der unbedingtenSatisfaktion. Es stimmten f ü r u. S.: Moritz Bi leski, Jacob i, Ernst Pinn er, Fabian, Gidionc, Oo Idemann, Hildesheimer, Hirschfeld, Hurwitz, Meyer söhn, Nußbaum, Albert S t r a u s, Raphael Strauß, Silberstein, Arthur Stein. Gegen u.S. stimmten: Blumenfeld, Herzberg, Kneifer, Koref, Rosenfeld, Rosenblüth. Der Abstimmung enthielten sich Erich Cohn, Olaser und Hammerstein. Eine vom A. H. B. ebenfalls veranstaltete Abstammung unter den inaktiven fiel mit 12 gegen 8 Stimmen für Einführung der u. S. aus. Es stimmten Martin Cohn, Jarms Bileski, Lewinsohn, Loewenberg, Nathan-Nordegg, Fiater, Jacobsohri, Lichtenstein, Waller Pinn er, Schwabacher, Henryk Cohn, Siednerr für, — Davidsohn, Geis, Ludwig Hirschbrurh, Siegbert