Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 4 (30.7.1913)
- Date
- 1913-07-30
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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10S Wesentliche kurz hervorzuheben: die nationale Propaganda hat an Reinheit und Systematik gewonnen, die Erziehung von Schekelzahlern zu Zionisten wurde vielfach mit Erfolg unternommen, und durch Errichtung ständiger Sekretariate hat das A. C. für eine kontinuierliche Arbeit in den Landesverbänden gesorgt. Schärfer dürften die 'Meinungen in der Debatte über die Paläst inaarbeit aufeinanderstoßen, die den zweiten Punkt der Tagesordnung bildet. Sie wird eingeleitet durch ein Referat Dr. R u p p i n s und den Bericht Dr. Bodenheimcrs über die Tätigkeit des Jüdischen Nationalfonds seit dem X. Kongress. Hier wird die Opposition auf den Plan treten, die Opposition, von der in zionistischen Versammlungen so oft gesprochen wird und über die, wie ich mich überzeugt habe, dennoch in weiten Kreisen eine große Unklarheit herrscht. Es gibt zwei Gruppen von Oppositionellen. Die erste besteht aus politischen Zionisten, d. h. aus Zionisten, die sich noch heute die politischen nennen und damit einen Gegensatz zu den übrigen betonen wollen. Die politischen Zionisten sind Generäle ' ohne Armee, zehn oder zwölf Leute im ganzen. Sie sind davon überzeugt, daß politisch nichts oder falsch gearbeitet wird. Ihre Opposition ist nicht neuen Datums und hat aucfl mit derselben Schärfe gegenüber dem früheren E. A. C. bestanden. Im A. C. ist diese Gruppe durch Alexander Marmorek in Paris und Jean Fischer in Antwerpen vertreten. Ihr gehören, und Gas muß ausdrücklich hervorgehoben werden, Nordau, Wolffsohn, Kann, Bodenheimer, Greenberg, Friedemann und andere nicht an, von denen manchmal das Gegenteil behauptet wurde. Man kann ruhig sagen, daß in der Wertschätzung der vornehmsten zionistischen Tätigkeit, der politischen, und bei der Bestimmung ihrer Richtlinien, von ganz wenigen Outsiders abgesehen, eine vollständige Einigkeit herrscht. Nicht so ganz einig ist man in der Beurteilung unserer Paiästinaarbeit. Hier gibt es, und das ist die zweite Gruppe, in der Tat eine scharfe Opposition, der außer den Politischen auch Männer angehören wieWo if f so h n, Kann, Boden heimer und Katze nelsohn.DieseOpposition weist immer wieder auf die Verluste hin, die unsere Farmen in Palästina bilanzmäßig erlitten haben, auf die schlechte Geschäftsführung, die im Bczalcl jahrelang geherrscht hat, auf andere Schwächen und Mängel unserer kolonisatorischen Arbeit überhaupt Sie verweist demgegenüber auf die Arbeit der Anglo Palest ine Company, die, von vorsichtigeren, kaufmännischer denkenden Zionisten geleitet, niemals Verluste, sondern immer ganz ansehnliche Gewinne gebracht hat. Das E. A. C, unterstützt von der großen Majorität des A. C., und last not least von Dr. R u p p i n, erklärt demgegenüber, daß zwischen kolonisatorischer und rein geschäftlicher Tätigkeit in der ganzen Welt ein Unterschied ge-