Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 2 (31.5.1913)
- Date
- 1913-05-31
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 47 marschiert. Den älteren - Fahrtteilnehmern winde vom Führer wiederholt die Erlaubnis zur Aufladung des Gepäcks auf von. ihnen gemietete Esel gegeben. Für die Mehrzahl der Märsche brauchten wir einheimische, jüdische oder arabische \V e g f ü h r e r , die meist am Tage vorher am Abmarschorte gemietet '-wurden. Desgl. die Gepäck t i e r e und W a g e n. Bisweilen mußte körperlich stark mitgenommenen Fahrtteilnehmern die Benutzung selbst gemieteter Reittiere gestattet werden. Durch verspätetes Eintreffen von Führern und Tieren wurde der Abmarsch meist um 1 2 bis 1 Stunde verzögert. Die Marsch zeiten sind stark beeinflußt durch Wegbeschaffen-, heil, Witterung (Chamsin!) und Verfassung der Wanderer (Leistungen der vorhergehenden Tage!). Die Marschordnung bestand aus Spitzengruppe (3 Mann), die nicht überholt werden durfte!snd das Tempo angab, dem Gros und der Nachhut (3 Mann), dife auf möglichste Geschlossenheit des Zuges — insbesondere in der iNähe arabischer Dörfer, sonst je nach Wegbeschafferoheit und Staubverhältnissen — zu achten hatte und niemanden allein zurücklassen durfte. Rast wurde vom Führer je nach Notwendigkeit, auf schwierigen Märschen alle Stunde für 5 Minute^ durch Pfeifensignal festgesetzt. Der Abmarsch aus jüdischen Siedlungen uaad' der Einmarsch dorthin erfolgte in M a r s c h k o 1 o n n e . d. k. in Dreierreihen und Gleichschritt, meist unter dem Sange der äiathikwah. IV. Leitung. Die 42 Fahrtteilnehmer waren in acht Grippen zu fünf oder sechs Mann eingeteilt. An der Spitze je&r Gruppe stand ein von dieser gewählter Gruppenführer. Die Gruppen hatten sich teils aus freier Wahl zusammengeschlossen teils waren sie von einer vorbereitenden Dreierkommission zssatTimengestellt. Die Gruppenführer (Levy, Schloß, Rosenthal, Kamins kl, Siegfried Markus, Rosenbau© - an dessen Stelle trat alsdann Albert B ae r —, Dr. S inn on und A. H. G o i t e i n) wählten aus ihrer Mitte Rosenbau m zum Führer der Fahrt, Rosenthal zu dessen Stellvertreter und zum Kassenwart. Dem Führer lag ob die Festsetzung dar Reiseroute, die Vorbereitungen im einzelnen, die Bestimmung dfer Marschzeiten, der Marschordnung, der Quartierverteilung und schließlich die offizielle Vertretung nach außen hin. Er hatte Disziplinargewalt (Verhängung von Poenen). Der Kassenwart verwaltete die gemeinsame Kasse (cf. Kapitel VI).