Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 2 (31.5.1913)
- Date
- 1913-05-31
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Der Jüdische Student erträglich erscheinen läßt, in Korporationen zu gehen, deren Stellungnahme zur Satisfaktion nicht zum Ausdruck bringt, daß sie und alle ihre Angehörigen entschlossen sind, den Feinden Trotz zu bieten; daß diese Füxe fast immer den Typus des Juden darstellen, dessen Rettung für das Judentum in besonderem Maße die Aufgabe des B.J.C. ist: des jungen Juden, für den tatsächlich die Studentenzeit die Entscheidung bedeutei; der, wenn er nicht von uns erzogen wird, uns unwiederbringlich verloren ist, der aber andererseits jüdische Fähigkeiten genug besitzt, um bei uns ein tüchtiger Mitkämpfer zu werden. Wir wissen, daß der wesentliche Zug der Füxe, die uns so verloren gehen, fast immer eine Frische und Aktivität ist, die, in zionistischem Sinne geformt, für uns besonders wertvoll werden können. Wir sehen auch, daß sehr oft gerade diese Leute die Führer unserer jüdischen Gegner werden; ein Beweis dafür, wie wichtig es wäre, sie, die von uns beeinflußt, ihre Energien in unserem Sinne entfalten würden, zu uns herüberzuziehen, um so uns zu stärken und unseren Gegnern ihre Besten zu nehmen. Wir meinen nach alledem, daß es in hohem Maße zionistisch gedacht ist, wenn wir uns bemühen, dem Zionismus so zahlreiche und wertvolle Kräfte zuzuführen. Es gehört ein nicht geringer Grad von Leichtfertigkeit dazu, bei den Erwägungen über die Einführung der unbedingten Satisfaktion dieses Moment einfach zu übersehen. Wenn man will, kann man das auch als Todsünde am Zionismus bezeichnen. Auf der anderen Seite werden die Verluste, die uns die Einführung der unbedingten Satisfaktion bringt, kaum nennenswert sein. Es ist ohne weiteres zuzugeben, daß eine große Anzahl sehr wertvoller Füxe zunächst die Satisfaktion ablehnt (Allerdings wird auch hier sehr übertrieben: wir keilen heute zum großen Teil gegen den K. C., und der Mittelpunkt dieses Wettstreits ist vyeniger der jüdische Standpunkt, dessen Ueberlegenheit bei uns die Jungen fast immer empfinden, auch wenn sie ihn noch nicht teilen können, als die Frage der Satisfaktion u. dergl,). Aber ihnen.. kann man in ganz kurzer- Zeit klar machen, warum wir Satisfaktion geben müssen. Ich verstehe nicht, wie Holdheim diese Entwicklung, zu der nichts als ein offener Blick und natürliches Empfinden gehört, mit der Entwicklung zum Zionismus in Parallele stellen kann, die' doch