Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 11 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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417 jüdischen Studenten äußerte, in einer stark besuchten jüdischen Akademikerversammlung entschieden und mit Erfolg entgegenzutreten. Erwähnen will ich auch noch, das an der Wanderfahrt nach Palästina, die durch den V. J. St. Berlin angeregt wurde, acht unserer Aktiven teilnehmen. — Ernste jüdische Arbeit, enger bundesbrüderlicher Verkehr und frisches studentisches Leben haben dies Semester zu einem echten V. J. St.-er-Semester gemacht, an das alle, die daran teilnehmen konnten, immer gern zurückdenken werden. Personalia: Auf der Hochzeit unseres I. A. H. Felix D a n z i g e r mit Fräulein Malli Rosenblüth chargierte unser C. C. — I. a. B. Martin Sultan bestand sein zahnärztliches Staatsexamen mit „gut". 20. Februar John Levy X * * Verein Jüdischer Studenten an der Universität Breslau Farben: Gelb-fiellblau-weiß Kneipe .u. Brief abläge: Werderstr. 13—19 Unser 27. Semester wies eine Aktivitas von 17 Mann auf. Zahlreiche Vorträge (z. B. „Die Hygiene der Juden", „Das Buch Hiob", „Zionismus und Liberalismus", „Die jüdische Moderne"), Diskussionsabende sowie Preßreferate klärten die Ansichten der Bundesbrüder in jüdischen Fragen. Aeußere Anregungen holten wir uns durch den Besuch der zahlreichen jüdischen Versammlungen in Breslau. Der Fechtbetrieb war in diesem Semester besonders stramm.. Vor allem aber können wir recht erfreuliche Resultate im Turnen verzeichnen. Unsere körperliche Ausbildung wurde vervollständigt durch Ausflüge und gemeinsames Schlittschuhlaufen. Einige Unentwegte .ließen sich durch die strengste Kälte sogar nicht vom regelmäßigen Besuch des Hallenschwimmbades abhalten. Trotz Theater, Konzerten und gesellschaftlichen Vergnügungen fanden die Fachkollegen unter den Bundesbrüdern Zeit zu gemeinsamer Arbeit, von der unsere vier frischgebackenen Referendare Zeugnis ablegen. Wir treffen bereits für das nächste Semester Vorbereitungen. So.können wir schon jetzt ein Seminar in der jüdischen Geschichte des 19. Jahrhunderts ankündigen, das von berufener Seite geleitet werden wird, ferner einen in das jüdische Rassenproblem einführenden Kurs. Wahrscheinlich werden wir auch sportsmäßigem Rudern.in unser Programm aufnehmen. Wir. dürfen zu Ostern auf starken Nachwuchs, besonders aus der Provinz, rechnen. Da die Jahrhundertfeier, an der die Studentenschaft regen Anteil nehmen wird, das nächste Semester in Breslau noch besonders interessant gestalten wird, haben sich alte von der diessemestrigen Aktivitas entschlossen, hier zu bleiben. Hoffentlich werden unsere Erwartungen erfüllt! 20. Februar Fritz Peyser