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Der jüdische Student · 1912-12-17 · Heft 9 (17.12.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 9 (17.12.1912)
Date
1912-12-17
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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solchen, die in jüdischer Beziehung, wie man sich jetzt in politicis vornehm auszudrücken pflegt, „zu einseitig informiert sind". — Wir eben erst in die Praxis gekommenen V. J. St-er können uns auch unserer oppositionellen Ideen wegen nicht gleich mit aller Welt herumschlagen. Seid aber versichert, daß es geschieht, sobald sich eine passende Gelegenheit dazu bietet! Wenn unsere und die zionistische Arbeit in hiesiger Gegend nicht wünschenswert vorwärts gekommen ist, so liegt das in erster Linie mit am falschen Eifer, der bei unpassender Gelegenheit an den Tag gelegt wird. Was geht es uns z. B. an, wenn der Zentralverein irgendwo eine Ortsgruppe gründen will, wenn er nicht gerade unsere Zirkel dadurch stört? Kein klar Denkender — deren wir leider so blutwenig haben — dürfte eigentlich anders urteilen, als: daß der Zentralverein, so lange wir in Deutschland leben, — also wahrscheinlich noch ziemlich lange, — eine Notwendigkeit ist. Denn wer soll ihm die Kleinarbeit, die doch auch geleistet werden muß, abnehmen? Will die zionistische Leitung in Berlin etwa eine Abteilung dafür schaffen? So lange wir mit ihm auskommen können, ist es m. E. völlig verkehrt, ihm in den Rücken zu fallen. Hier im Westen ist er absolut erträglich, kümmert sich nur um Dinge, die ihn angehen, und greift dabei nötigenfalls, wie ich mich überzeugt" habe, kräftig zu. Eine Zänkerei mit ihm wie z.B. in Posen wäre hier kaum denkbar. Dafür bürgt uns schon der ihn in hiesiger Gegend mit an erster Stelle leitende Freund Kollenschers, Dr. H e r z f e 1 d in Essen. Ein bißchen mehr Klarheit u. a. auch in der Behandlung des monarchischen Prinzips, über das zu reden ich mir für den Kartelltag vorbehalten möchte, da die Zeitung trotz- und alledem öffentlich gelesen wird und ich mich schämen würde, coram publico Dinge zu erzählen, die ich in dieser Hinsicht schon erlebt habe — n.b.: ich hätte kaum Gelegenheit» gegen das Gebot d e r „I n t e r n i t ä t" der Zeitung hier zu verstoßen und verstoße natürlich auch nicht dagegen. Wem habe ich aber mein Ehrenwort darauf gegeben, wie es auf jedem Titelblatt zu lesen is t?*) — Mehr Klarheit schließlich auch in puncto Tendenz. Wer die romantischen Träumereien der Jüngsten von uns liest, muß unbedingt das harte Urteil, — ich will mich mäßigen —, der Ungereiftheit fällen, andererseits muß er den Dünkel bestaunen, von dem die Schreiber befallen sind. Oder steht schon ganz *). Dem Ersten Chargierten, wie jeder weiß. Denn der Inhalt des J. St. fällt unter das Konventsgeheimnis, auf das wir alle bei unserer Aufnahme in den A.C. ehrenwörtlich verpflichtet worden sind. Erich Cohn

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