Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 8 (26.11.1912)
- Date
- 1912-11-26
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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6< Der Jüdische Student sieren, das sich durch die Zeitschrift hindurchzieht als notwendiges, disziplinierendes Element, wo Künstler den Extrakt ihres Denkens und andere, denen Judenfrage kein Studium ist, sonder ein momentaner Eindruck, diesem Ausdruck verleihen durch ein Wort, durch ein Bekenntnis, durch ein Urteil. Ueber Wert und Unwert dieser Rubrik kann kaum durch Gründe des Intellekts und der Kritik gestritten werden, da wird das Gefühl entscheiden. B. Ich füge den Ausbau des Archivs hinzu, bezeichne das, was für den V. J. St. sofort in Betracht kommt, etwas schärfer, zeige die Ziele, die den Aesten gleich aus dem Baume herauswachsen und sich wieder verzweigen und weiter verzweigen werden, und begrenze mich und meine Wünsche: diese Aeste des Baumes werden leichter oder schwerer, stärker sein, sie werden weithin Schatten geben, sich verbreiten, sollen es und können es, weil sie im Erdreich fest verwurzelt sind. Ich zähle sie auf: 1. Monographien zur judenfrage, oder jüdische Bibliothek (man. vergleiche die staatsbürgerlichen Flugschriften aus dem Diederichs-Verlag), Broschüren, welche, meinetwegen mit sensationellen oder mindestens stark prägnanten Titeln* wie einstmals Judenstaat, nur nicht so tief verankert, ein Problem in die Masse schleudern, z. B. das Judenparlament, die Forderung einer offiziellen Weltvertretung der Juden, wie ich sie im kleinen Kreise meiner Bundesbrüder klargelegt habe, oder ein begriffliches über die Wesensbestimmung des Judentums mit definierender Aufzählung seiner Merkmale, oder über die Taufe oder das Recht und die Rechte der Juden oder jüdische Kolonialpolitik oder Judenländer oder das heutige Ghetto oder wie all die aufreizenden, politischen Broschüren heißen werden, die faßlich, geschmackvoll, stürmisch, flott, zielbewußt geschrieben Forderungen stellen, Erfüllung heischen, Vorhandenes hinstellen, zur Erörterung, zur Beseitigung, zur Vervollkommnung rufen. ~ In diesen Heften soll unser bestjüdischer Journalistengeist seine Renaissance für unsere Zwecke feiern, in körnigem Stil, in der Liebe zum Wort, der Liebe zur Sache, der. Hingabe an sich; soll unser bestjüdisches Talent, in alle Masken schlüpfen zu können, verwertet werden, soll die Seite unseres Lebens, die nicht auf Forschung, sondern auf Darstellung drängt, die funkeln, glänzen, wirken will, ihre Erfüllung erreichen um unsertwillen und in der Rückkehr zu immanenten Kräften des jüdischen Wesens. 2. Beihefte zum Archiv: Streng wissenschaftliche Studien von Fachgelehrten zum Judenproblem, z. B. über Wirtschaftliches oder Rassenhygienisches oder Biologisches oder sonstwie Arbeiten, die, für das Archiv selbst zu groß und umfangreich, mit Vorlegung des Materials nach der Methode des Fachs eine Seite der Judenfrage beobachten, erhellen, erforschen