Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 5 (20.8.1912)
- Date
- 1912-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Der Jüdische Student Personali a. Albert Eisberg bestand sein medizinisches Staatsexamen mit „gut", Siegfried Wolff sein Doktorexamen; unser Drittchargierter T oeplitz sein Physikum mit „gut". — i.a.B.Felix Danziger verlobte sich mit Bundesschwester Frl. Malli Rosenblüth. — A.H. Dr. Gotthold Weil habilitierte sich an der hiesigen Universität als Privatdozent für orientalische Sprachen. 31. Juli Hermann L e 1 e w e r X * * * Verein Jüdischer Studenten an der Universität Breslau Farben: Gelb-hellblau-weiß Kneipe u. Briefablage: Werderstr. 13—19 Wir eröffneten das Sommersemester mit einer Korona von 9 Burschen, fast durchweg dritte und vierte Semester, voll Liebe und frischer Begeisterung zur Korporation; dazu kamen 5 krasse Füxe, die nach kurzer Zeit in unserem Kreise heimisch waren. Chargierte waren: med. Fritz P e y s e r X med. Leo A r o n XX, F. M., F. W. med. Willy N o h e r XXX Den wissenschaftlichen Fuxenunterricht erteilte iur. Hugo O e 1 s n e r. Am täglichen Fechten nahmen selbst unsere mit Examensarbeit belasteten Inaktiven teil. An einem Nachmittage in der Woche fanden Turnspiele statt; außerdem wurde regelmäßig gerudert und geschwommen, so daß einige unserer Füxe, die als bleiche Muli zu uns kamen, jetzt mit frischen roten Backen in die Ferien fahren. Sonntags waren wir meist auf der Wanderschaft und Pfingsten machten wir in kleinen Gruppen Touren durch das Riesengebirge. Durch zwei größere Ausflüge mit Damen und einige offiziöse Veranstaltungen pflegten wir unsere Beziehungen zur Breslauer jüdischen Gesellschaft. Kneipen in unserer schönen Wohnung, Exbummel, Examensbowlen sowie Altherrenabende brachten uns vergnügte Stunden. Der Fuxenunterricht ruhte in bewährten Händen; die Fuxenexamina haben es bestätigt. In einem Fuxenkonvent erörterten unsere Jüngsten die ihnen neuen jüdischen Probleme. A.H. Dr. S t e i n i t z gab den Burschen einen Kurs über jüdische Fragen, zu dem gründliche Vorbereitung erforderlich war. An Vorträgen wuiden gehalten unter anderen: von a. B.Aron: Das Rassenproblem; „ a. B. P e y s e r: Das jüdische Individualitätsproblem; „ a. B. N o h e r: Chamberlain und Zollschan; „ i. a. B. Dr. B e r n s t e i n : Bubers Drei Reden über das Judentum. An alle Vorträge schloß sich eine lebhafte Diskussion an. Es war ein gutes Semester, das allen Bundesbrüdern als Menschen, Juden und Studenten Wertvolles gab.