Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 5 (20.8.1912)
- Date
- 1912-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 151 Die gute körperliche Ausbildung, die jeder dazu Veranlagte im B. J. C. erfährt, macht ihn froh und heiter und steigert seine Lebensfreude; geistige und körperliche Erziehung wirken zusammen, um jeden einzelnen von den Schlacken des Ghetto zu befreien. Heraus aus dem Ghetto! ist der Ruf, der aus der Erziehung des B. J. C.-ers ertönt; zu ganzen und aufrechten Menschen und Juden wollen wir werden und im Bewußtsein unserer körperlichen Kraft nach hohen Idealen streben. So dürfen wir mit Recht singen: „Zum Henker das Kriechen und Bücken Und die Stirne zu Boden gesenkt! Gott hat uns den geraden Rücken Und ein freies Auge geschenkt!" Wer so erzogen ist, der wird auch draußen im Leben den jüdischen Namen in Ehren vertreten. Ueber Arthur Schnitzler Von Dipl.-ing. Siegfried Weitzmann (V.J.St. Charlottenburg A.H.), Berlin Arthur Schnitzler ist fünfzig Jahre alt geworden, und der Leser darf immerhin schon hinter dem wechselnden Zug seiner Gestalten die eine ganz bestimmte Gestalt suchen, von der sie alle zu ihrer Form geprägt worden sind. Wenn dies in einer jüdischen Zeitschrift geschieht, so liegt der Grund nicht darin, daß Schnitzler sich durch seinen „Weg ins Freie4' öffentlich in den Kreis des jüdischen Volkes einbezogen hat. Alle andern Werke, könnte man mit einigem Recht einwenden, streifen die Judenfrage kaum von fern (im „Freiwild" tritt ganz beiläufig der übliche jüdische Kassierer namens Cohn auf); mithin ruhe dies Problem an der Peripherie des Schnitzlerschen Denkens und habe ihn nur in dem einen Roman, eine kurze Zeit also, wirklich ergriffen. Bestimmend für den Betrachter bleibt vielmehr schon die Tatsache, daß dieser Dichter ein Jude ist; bleibt das besondere hieraus entspringende Gefühl des Zusammenhanges,