Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 5 (20.8.1912)
- Date
- 1912-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 149 Die Leichtathletik führt wieder auf den Boden des friedlichen Wettbewerbs; alle Zweige der Leichtathletik werden in den Kartellvereinen betrieben. Das letzte Semester brachte uns darin folgende Erfolge: An dem Staffettenlauf Potsdam—Berlin, einem der größten sportlichen Ereignisse Berlins, nahmen Bbr. B u c h h o 1 z vom V. J. St. Berlin und die Bbr. D r ü b i n und B i 1 e s k i vom V. J. St. Maccabaea teil; sie liefen in der Staffette, die der Jüdische Turnverein Bar Kochba in Berlin stellte und halfen, für den Verein — der sich erst zum zweiten Mal an dem Lauf beteiligte — den 17. Platz unter 52 Bewerbern zu belegen* Der Bar Kochba rückte dadurch in das erste Drittel ein, während er noch im Vorjahre im zweiten Drittel war. Am Palästrafest der Albertina in Königsberg, das hauptsächlich sportlichen Veranstaltungen diente, nahm der V. J. St. Königsberg durch Bbr. Rosenbaum teil; dieser holte den ersten Preis im 100 m-Mallaufen, er lief 111/5 sec. Der V. J. St. Heidelberg beteiligte sich am Akademischen Turn- und Sportfest in Darmstadt, wobei Bbr. Hochschild im Fünfkampf mit 911/2 Punkten unter 17 Bewerbern den 6. Preis erhielt. Diese Erfolge haben uns außerordentlich befriedigt und ermuntert. Die Teilnahme an allgemeinen sportlichen Veranstaltungen zeigt deutlich, daß die V.J.St.-en als jüdische Korporationen sich nicht etwa „abschließen' , daß sie vielmehr am allgemein-studentischen Leben überall dort gern teilnehmen, wo die Teilnahme sich mit der Würde einer jüdischen Korporation verträgt. — Daß das Wandern in allen Kartellvereinen sehr beliebt ist, ist wohl ohne weiteres einleuchtend. Die bayrischen Alpen, der Schwarzwald, der Odenwald, die Vogesen, das Riesengebirge, das Siebengebirge, die masurische Küste und die märkischen Wälder und Seen laden dazu ein und an jedem Sonntag, jüngere Semester auch wochentags, begibt sich ein Trupp Bundesbrüder in aller Frühe auf die Fußwanderung, die mit ihren kleinen Abenteuern und Erlebnissen mit zu den schönsten Erinnerungen der Studentenzeit gehört; namentlich oben in den Bergen empfindet man recht die Freude an der Durchbildung des eigenen Körpers. Neben den einzelnen Sonntagstouren sind die Pfingsttouren und die größeren Reisen am Ende des Semesters sehr beliebt —wenn von Hause bereits die Briefe kommen, die dringend an die Heimkehr