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Der jüdische Student · 1912-07-26 · Heft 4 (26.7.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 4 (26.7.1912)
Date
1912-07-26
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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134 Der Jüdische Student Heidelberg. In diesem Monate ist unser Vereinsbetrieb auf seinem Höhepunkt angelangt, ein kräftig jüdischer Zug beseelt ihn, und eine geradezu ideale Bundesbrüderlichkeit hat ein Verhältnis zwischen uns geschaffen, wie wir es nur jed-m V. J. St. wünschen können. Jeder einzelne arbeitet mit seiner ganzen Kraft an unserer großen Aufgabe mit. Kein Wunder also, daß wir unsere Fuxenkorona so erziehen konnten, daß wir stolz auf sie sein können. Unsere Füxe sind jetzt mit dem B. J. C. aufs engste verwachsen und mit einem Feuereifer arbeiten sie für ihre Fuxenexamina, die am 18. und 19. stattfinden sollen. Wir können uns der festen Ueberzeugung hingeben, daß es dem B. J. C, wenn die Fuxenerziehung in allen K. V, K. V. auf einem gleichen Niveau steht, leicht fallen wird, aus den 115 neuen Füxen dieses Semesters tüchtige V. J. St.-er zu machen. Doch wir setzten auch alles daian, um dies zu erreichen. Wir haben es durch unsere großen Bemühungen dahin gebracht, daß sich das Leben unserer jungen Bundesbrüder ganz im V.J. St. abspielt. Die fast täglichen gemeinsamen Uebungen in unseren Schwimm-, Rurler-, Tennis- und Turnriegen machen die einzelnen zu Freunden und dieses innige Band wird gefestigt durch gemeinschaftliche Ausflüge. Doch muß ich bemerken, daß unsere älteren Bundesbrüder, obwohl sie alle hohe Semester sind (7—10 med. Sem.), jede freie Sekunde dem V. J. St. und besonders den Füxen widmen. Durch ihre Teilnahme wird nicht nur das jüdische Leben in der Korporation gehoben, sondern wir können auch, was für die Gemütlichkeit sehr wichtig ist, jede Woche ganz hervorragende Kneipen abhalten. 'So haben unsere Inaktiven den Füxen eine Kneipe im Walde bei Ziegelhausen gegeben. Auf einem mit Laub und unseren Fahnen geschmückten Rollwagen, einem Gesellschaftswagen, und zwei Zweispännern fuhren wir mit fünf Mann Musik voran durch die Stadt nach dem zwei Stunden weit entfernten Ziegelhausen, lagerten uns im Walde und veranstalteten Iiier eine urgemütliche Kneipe, von der wir alle nach einer herrlichen Rückfahrt wohlbefriedigt nach Hause kamen. Ein kleines Bild von dem bei uns herrschenden jüdischen Leben mögen die Vorträge geben, die bei uns gehalten wurden: Unser A. H. Assessor Dr. G o 111 i e b sprach in einem vorzüglichen Referate über „Die Judenfrage in Ost und West" A. H. Referendar Alfred Platz- Köln sprach über den „Zionismus im B.J. C.u und gab dadurch unseren Füxen Stoff zu reichlichen Diskussionen. A. FL Referendar Meinhold Nußbaum hielt einen Vortrag über „Gegenwartsfragen im B.J.C.1', woran sich eine längere und anregende Diskussion anschloß. Nochmals sei allen diesen Alten Herren herzlichst gedankt für die großen Dienste, die sie uns dadurch in der. Erziehung unserer Füxe leisteten. Doch auch unsere hiesigen Bundesbrüder tun das

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