Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 4 (26.7.1912)
- Date
- 1912-07-26
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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120 Der Jüdische Student allgemeine Sammeleifer keineswegs beeinträchtigt wird. Markante Belege für letztere Behauptung sind die 1000 M.-Landspende im Oktober 1910 sowie 'le großen sporadisch aufgebrachtenSummen: die 1500 M.. für <.. ... Buttermilchstiftung, die 1500 M. für den Organisationsfonds, die bedeutenden Oelbaumspenden anläßlich des Ablebens unseres lieben Bbr. Perlitz (s. Juni und Juli 1011!), endlich die regelmäßig mit über 200 M. den allgemeinen Spenden und dem Wolffsohnfonds (unter Diversa) zugute kommenden Rosch-ha-schanah-Ablösungen (s. September 1911!). Trotz dieser großen außer der Reihe aufgebrachten Summen sind in den von ihnen betroffenen Monaten die übrigen Spenden nie kleiner, oft größer gewesen als in den übrigen — ein Beweis, was bei gutem Willen und Opferfreudigkeit erreicht werden kann. Auf Grund unserer Ausführungen stellen wir zwei Grundforderungen auf: 1. Jede Korporation und jeder A. H-B. muß einen geschickten und arbeitsfreudigen Büchsenagitator haben, der dafür zu sorgen hat, daß jeder Bbr. seines Bereichs eine Büchse hat, daß jede Büchse mindestens zweimal jährlich (am besten gegen Semesterende) geleert und gleichzeitig mit den anderen Büchsen der betr. Gruppe ausgewiesen wird (letzteres zu Keilzwecken), endlich, daß jede Büchse ein anständiges Jahresminimum — sagen wir durchschnittlich 12 M. — enthält. 12 M. können selbst von minder Bemittelten aufgebracht werden. Der Büchsenkommissar muß mit den Bundesbrüdern seines Bezirks in ständigem Konnex bleiben. 2. Das Präsidium, die B. V.- und A. H. B.-Vorsitzenden sowie insbesondere die Erstchargierten müssen dafür sorgen, daß keine Sammelgelegenheit imausgenützt bleibt. Bei jeder (internen) Kneipe, bei jedem Vortrag, beim Antritts- und Schlußkonvent sollte ein Teller zum Sammeln umgehen. Bundesbrüder, die täglich größere Summen ins Cafe tragen, dürfen auch häufiger zu Spenden herangezogen werden. Solche regelmäßigen Sammlungen ersetzen auch die Selbstbesteuerung, die im B. J. C. unpopulär geblieben ist und 1911 nichts eingebracht hat. Wir dürfen von jedem V. J. St.-er verlangen, daß er für den Zionismus jährlich opfert: 12 M. Ortsgruppenbeitrag (einschl. Schekel, Landesbeitrag und Jüd. Rundschau), 5 M. Beitrag zum Organisationsfonds, \2 M. durch Büchsen und etwa 7 M. durch sonstige Spenden, macht zusammen 36 M. im Jahr, d. h. 3 M. im Monat, die bei gutem Willen von jedem Bbr., z. B. durch Ersparnis unnützer Ausgaben — und wie oft macht man solche ohne Gewissensbisse! — erübrigt werden können. Daß bemittelte Bundesbrüder daneben unsere eigenen internen Fonds: Keil-, Wohnungsfonds etc. nicht vergessen dürfen, ist selbstverständlich und befreit nicht, wie anscheinend manche meinen, von der Pflicht zu Nationalfondsspenden.