Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 4 (26.7.1912)
- Date
- 1912-07-26
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3537599-3537600-3537604--2411-3540503- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
■r jua Student Monatsschrift des Bundes jüdischer Corporationen 9. Jahrg. Berlin, 26. Juli 1912 No. 4 An die Füxe Liebe Füxe! Zu Beginn des Semesters, ich glaube noch bevor Ihr bei uns aktiv geworden seid, habe ich mi-eh an dieser Stelle mit Eurem leiblichen Wohl beschäftigt; ich sprach als Arzt und nahm das Wort, weil der Zufall einiger Praxiserfahrungen mir •das Thema nahelegte. Bei dem Mahnruf, den ich heute an Euch richten will, handelt es sich um höhere, vielleicht Eure •höchsten geistigen und seelischen Interessen. Sicher liegt jedem guten B.J. C-er dieselbe Sorge am Herzen wie mir; ich fühlemich aber durch mein Amt im B.J. C. für verpflichtet, das was wohl jeder Euch sagen möchte und viele ebenso berufen wären, Euch zu sagen, nicht unausgesprochen zu lassen. Ihr wißt, liebe Füxe, daß wir herzlich stolz waren, die Werbekraft des V.J. St. unvermindert oder gesteigert zu sehen. Ihr habt uns, um es ganz nüchtern zu sagen, durch Eure-Zahl eine große Freude bereitet; d. h. durch etwas, wofür der Einzelne von Euch nicht das geringste kann! Wir wünschen aber, •dal] jeder Einzelne dem B.j.C. zur Freude gereiclil! und dazu müßt Ihr selber an Eurer Erziehung mitarbeiten, wenn Ihr auch verlangen könnt, daß Euch der Weg so recht hinein in unsern .Kreis erleichtert wird, daß Korporation, Bundesbrüder, Leibbursch und Fuxmajor Euch immer fester an sich ziehen und •sicher geleiten. Natürlicherweise findet eine Wechselwirkung statt: Je mehr Freude die Korporation dem macht, der sich ihr neu angeschlossen hat, desto mehr Freude wird er ihr durch Interessiertheit, Eifer, Liebe zu ihr bereiten. Nun kann es aber der Zufall bringen, daß der neue Fux in der Korporation im ersten .Semester nicht so viel persönliche Befriedigung findet, daß er hier den Ort sähe, wo er ein gut Stück seiner Persönlichkeit — das. Beste wohl gar — verwurzeln sollte; man denke an den rr; - w;•>*"% i i-1 » »• •* ^i^Enryism b *i& 11'