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Der jüdische Student · 1912-02-28 · Heft 11 (29.2.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 11 (29.2.1912)
Date
1912-02-28
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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338 Der jüdische Student Gegnern, die sich trotz allem respektieren, sondern ein Kampf gegen Niedertracht und Unkultur. Er macht nicht frei, sondern bedrückt uns, und wir sehen kein Ende und keinen ehrenvollen Frieden. Vom Kampf gegen den Antisemitismus kann die Erneuerung des Judentums nicht ausgehen, er gibt dem Judentum nicht den neuen Inhalt, dessen es bedarf, um uns wieder zu einem lebendigen Wert zu werden. Dieser Kampf ist eine selbstverständliche Forderung des Anstands und der Ritterlichkeit, aber Anstand und Ritterlichkeit sind so primitive Tugenden, daß man darauf verzichten sollte, aus ihnen den ganzen Inhalt eines Programms zu machen, wie es der K. C. tut. Dies der jüdische Inhalt des K. C. Mit einer unverständlichen Sorglosigkeit hat der K. C es bisher noch nie der Mühe für wert gehalten, sich Gedanken zu machen über die Zeit, wenn sein Ziel: Beseitigung des Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft, einmal erreicht und die Zerstreuung der Juden unter die Nicht-Juden vollkommen durchgeführt sein wird. Was erhält die Juden dann, wenn jeder einzelne noch mehr als heute inmitten der fremden Einflüsse steht, wenn der (nach dem K. C.-Programm) einzige Inhalt des Judeseins: Kampf gegen den Antisemitismus, fortgefallen sein wird? Aber der K. C, der die Kühnheit hat, in den jüdischen Akademikern die zukünftigen Führer des deutschen Judentums erziehen zu wollen, braucht sich ja über so fernliegende Dinge (sie liegen vielleicht ferner, als es dem K. C. lieb ist) keine Gedanken zu machen. Die Sorge für die weitere Zukunft des Judentums überläßt er mit einer grossartigen Geste anderen. Die anderen aber werden w i r sein, wir V. J. St.-er und die Männer, die im Gedankenkreise des V. J. St. heranwachsen. Das Meiste und Beste, was das Judentum braucht, lassen die K. C.-er u n s zu tun übrig, und gern und voll sicheren Vertrauens auf die Richtigkeit unseres Programms machen wir uns an die ebenso schwierige wie schöne und dankbare Aufgabe. Unser Judentum ist kein Judentum „auf Kündigung", es leitet seine Existenz nicht von unserer Feinde Gnade ab. Die Grundlage des V. J. St.-ertums ist vielmehr die Erkenntnis des nationalen Zusammenhanges aller Juden. Es gibt keine einzelnen Judenschaften, sondern nur eine ungeteilte Judenheit. Es ist

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