Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 10 (23.1.1912)
- Date
- 1912-01-23
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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320 Der jüdische Student gegen den Zionismus und nach ihm, als der stärksten jüdischen Bewegung, „die an unser innerstes Erleben, an unsere höchsten Ziele rührt, an der man nicht mit geschlossenen Augen vorübergehen kann" (Solon), orientiert. Der K. C. konnte sich gar nicht anders entwickeln, wenn er nicht zum Zionismus kommen wollte; es gibt einer Bewegung von solcher Stärke gegenüber kein „Abwarten". Ich glaube, daß der K. C. noch weiter sich „verdeutschen" wird, ebenso wie wir ja zionistischer geworden sind; der Gegensatz wird immer schärfer. Wie sehr abertrotz allem der Zionismus wirkt, zeigt der Artikel von Solon, der sich naturgemäß, sobald er einmal den Zionismus schätzen lernt, in den angegebenen Widersprüchen bewegen muß. Ueber den Inhalt der neuen Tendenz selbst will ich mich hier nicht äußern (man sollte dies Thema einem Fuxen zum Referat geben). Mit der Annahme dieser Tendenzänderung ist, wie in der K.C.-Zeitung betont wird, die Einheitlichkeit im K.C. hergestellt. Wie weit das zutrifft, ist nicht nachzuprüfen. Da aber mit Sicherheit anzunehmen ist, daß die Anhängerschaft dieser Tendenzänderung die bei weitem überwiegende Partei im K. C. ist, so wird in ihr sicherlich, wie das leicht verständlich ist (man erinnere sich an ähnliche Vorgänge bei uns), ein erneuter Arbeitseifer geweckt sein. Die Ausbreitung des K. C. wird aber noch durch eine andere auf dem letzten K. C.-Tag geschaffene Institution, den „geschäftsführenden Ausschuß" gefördert werden. Der K.C. hat sich damit endlich, wie wir und das K. Z.V., eine Zentralinstanz geschaffen, die aus fünf in Berlin wohnenden und zehn auswärtigen Mitgliedern besteht und deren Aufgabe wohl im wesentlichen die unseres Präsidiums sein wird (bemerkenswert : sie soll den Entwurf einer Fuxen-Erziehungsordnung vorbereiten). Präsident ist der bekannte Syndikus des Zentralvereins, Rechtsanwalt Holländer in Berlin, der durchaus der Mann dazu ist, den K. C. durch diese neue Einrichtung zu fördern, da er gewissermaßen von Beruf K. G.-er ist. Der K. C. wird sich in Zukunft noch stärker entwickeln als bisher; nach seiner bisherigen Tendenzentwicklung ist es wohl jedem von uns klar, wohin sein Weg geht: er wird und muß die Stelle werden, von der aus der Zionismus und alles Jüdische, das des nationalen Gedankens verdächtig ist, systematisch bekämpft werden wird, z. T. ja schon heute bekämpft wird.