Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 9 (15.12.1911)
- Date
- 1911-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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302 Der jüdische Student Bezirksverband Rheinland-Westfalen. Unser Bezirkstag in Düsseldorf am 3. Dezember war von 12 Alten Herren und zwei Bonner Bundesbrüdern besucht. Wenn somit auch das jüngere Element fast fehlte, so war die Anzahl der Alten Herren die größte, die bisher auf unseren Zusammenkünften vereint gewesen ist Die Tagung stand unter dem Zeichen des Kartelltages. Zur Diskussion stand in erster Linie die Frage der Organisierung der Alten Herren und ihrer Mitwirkung bei Aenderungen der Tendenz. Man einigte sich auf folgende von Bbr. Rosenfeld vorgeschlagene Resolution, die dem Kartelltag unterbreitet werden soll: 1. Der Rheinisch-Westfälische Bezirksverband erkennt die Berechtigung der Alt-Herrenbünde neben den Bezirksverbänden an. 2. Die Alt - Herrenbünde sollen den Zusammenhang der Alten Herren mit ihren Stammkorporationen aufrechterhalten. 3. DieBezirksverbände sollen derOrganisierung desKeil b etriebes in den einzelnenBezirken und derPflege der geistigen und gesellschaftlichenBeziehungen unter denAltenHerren ihrerBezirke dienen. 4. Ein Stimmrecht auf dem Kartelltage haben die Delegierten beider Verbände nur in Angelegenheiten der Bezirksverbände und Alt-Herrenbünde. 5. Ihre Stellungnahme zu Tendenzänderungen sollen die Alten Herren nur innerhalb ihrer Stammkorporation durch Abstimmung zur Geltung bringen. Die Anträge der Kommission betreffend die Mitwirkung der Alten Herren bei Tendenzänderungen wurden im Prinzip gutgeheißen, ebenso die vom Präsidium gestellten Anträge. Es wurde jedoch beschlossen, das Präsidium um folgende Ergänzung des Absatzes 3 zu ersuchen: Die Bezirksverbände bezw. Alt-Herrenbünde haben das Recht zum Kartelltage Anträge zu stellen und . . . Ein solches Recht ist ihnen auf dem vorigen Kartelltage nicht eingeräumt worden — dem Verfasser des Kommissionsberichtes im letzten J. St. ist insoweit ein Irrtum unterlaufen. Dies Antragsrecht ist aber schon deswegen eine Notwendigkeit, weil die Normierung der Statuten der Alt-Herren-Organisationen den Kartelltag übertragen werden soll. Betreffs der Keilarbeit wurde beschlossen, zu Ostern nächsten Jahres in Düsseldorf eine größere Keilkneipe zu veranstalten. Zur Deckung der Unkosten sollen außer den regelmäßigen Beiträgen die Mittel eines neu begründeten Keilfonds, zu dem auch sofort Zeichnungen eingingen, verwandt werden. Zum Vorsitzenden wurde der Unterzeichnete wiedergewählt, ebenso wurde er zum Kartelltagsdelegierten bestimmt. Da sich die Beratungen allzulange ausdehnten, kam leider der gemütliche Teil des Abends kaum noch zu seinem Rechte. 7. Dezember Isidor Eisberg