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Der jüdische Student · 1911-11-24 · Heft 8 (24.11.1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 8 (24.11.1911)
Date
1911-11-24
Page
[Seite] (sequence 38)
Language
German
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266 Der jüdische Student Bezirksverband Pommern. (Stettin.) Dieser Bericht soll nicht nur, wie es sonst üblich ist, über Keiltätigkeit und Kneipen berichten; ich glaube, daß es für alle Bundesbrüder von Interesse ist, einmal zu erfahren, wie diejenigen Bundesbrüder, die nach dem Examen in ihrer Heimatstadt beruflich beschäftigt sind, sich dort jüdisch betätigen, und dies genauer und ungeschminkter, als es aus Berichten in der „Jüdischen Rundschau" sich ergibt; ich würde es gern sehen, wenn andere Bundesbrüder meinem Beispiel folgen und ebenfalls längere „Heimatsberichte" veröffentlichen würden. Wir sind gegenwärtig noch fünf V. J. St-er in Stettin: Rechtsanwalt Abrahamsoh n und die Referendare Cohn, Greifenhagen, Ascher und der Unterzeichnete; in den Ferien werden wir durch die stud. med. F 1 a t e r und S a 1 o m o n verstärkt; in unserer nächsten Nähe, in Stargard, dient Referendar Blankenfeld. Greifenhagen und B a e r sind die aktiven treibenden Elemente, die anderen sind mehr oder weniger passiv. Das ist kein Vorwurf,- sondern nur die Konstatierung einer unbestrittenen Tatsache; die dauernde Tätigkeit ist Temperamentssache; eine verschiedene Qualifizierung liegt darin nicht. Wir sind in sämtlichen Vorständen der einzelnen Vereine vertreten; in der Zionistischen Ortsgruppe ist G r e i f e n h a g e n stellv, Vorsitzender, Baer Schriftführer, Ascher Beisitzer; außer ihnen und den anderen Bundesbrüdern sowie einigen sehr jungen Kaufleuten ist nur noch ein Zionist da, sonst noch ca. 20 Mitglieder; alle seit Jahren aufgewandte Mühe ist vergeblich; weder Klees noch Blume nfelds Agitation hat ein neues Mitglied gebracht; wir müssen uns darauf beschränken, zu demonstrieren. Wie es um den Zionismus steht, zeigt sich schon rein äußerlich an der Tatsache, daß wir (bei über 3000 Seelen) kaum ein Dutzend N. F.-Büchsen unterbringen konnten. Etwas besser steht es mit dem jüdischen Turnverein, dessen erster Vorsitzender Baer ist; es hat sich hier allmählich ein kleiner Stamm von jungen Kaufleuten gebildet, die mit ganzer Seele bei der Sache sind und die anfangen, den Zionismus zu begreifen. Wir setzen ihnen in jedem Winter in einem Kurs über die modernen Fragen des Judentums immer von neuem die Gedankengänge, die zum Nationaljudentum und Zionismus führen, auseinander; meist sprechen Greifenhage n, Baer und Ascher. Carl Cohn ist, so lange er in Stettin ist, noch nicht zu bewegen gewesen, einen Vortrag zu halten; Abraham s o h n will auch nicht gern sprechen. Im Turnverein haben wir auch einen hebräischen Kurs, an dem sich außer einigen Mitgliedern noch einige zionistisch angehauchte Damen beteiligen; sonst ist niemand da, der am Hebräischen Interesse hat. Im Jugendbund ist Baer stellv. Vorsitzender, Cohn Beisitzer (früher Vorsitzender). Mit dem Jugendbund ist ab-

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